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Wennigsen Wennigser Klimaschützer wollen Politiker in die Pflicht nehmen
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Wennigser Klimaschützer wollen Politiker in die Pflicht nehmen
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19:58 29.08.2019
Ihre Botschaften formulierten die Demonstranten auf Transparenten. Quelle: Jennifer Krebs
Wennigsen

Wennigsen muss mehr für den Umweltschutz tun – da ist sich eine Gruppe von Wennigser Bürgern einig. Damit das auch passiert, haben sie sich zusammengeschlossen und planen Aktionen.

Initiatorin der Gruppe ist Katharina Witt. „Mir ist es wichtig, dass hier vor Ort, wo ich mit meiner Familie und zwei Kindern wohne, etwas passiert“, sagt sie. Mit einer Freundin habe sie überlegt, was sich in Wennigsen ändern könnte. Dann war sie im Frühjahr das erste Mal bei einer „Fridays for Future“-Demo in Hannover und hat dort erfahren, dass sich auch Eltern in der Bewegung engagieren.

Katharina Witt hatte die Gruppe der Klimaschützer ins Leben gerufen. Quelle: privat

150 Menschen kommen zur ersten Demo

Eine eigene Ortsgruppe soll sich in Wennigsen nicht gründen. Aber Witt will Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenbringen. Dadurch seien sie nicht so gebunden an die „Fridays for Future“-Initiative und könnten sich mehr darauf konzentrieren, was in Wennigsen in Sachen Klimaschutz konkret getan werden kann.

Witt kontaktierte Wennigsens ehrenamtlichen Klimaschutzbeauftragten Detlev Krüger-Nedde und holte auch Axel Lambrecht vom ADFC mit ins Boot, dann wurde ein erstes Treffen organisiert. „Ich war total überrascht, dass direkt 20 Leute kamen“, sagt Witt.

Ihre Botschaften formulierten die Demonstranten auf Transparenten. Quelle: Jennifer Krebs

Auch die Idee, Wennigsens Ratspolitiker an ihr Klimaversprechen zu erinnern, entstand bei diesem ersten Treffen. Rund 150 Wennigser folgten dem Aufruf und demonstrierten im Juni in der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause für den Klimaschutz.

Das sind die Ziele

Sie persönlich habe mehrere Anliegen, sagt Witt, die seit sechs Jahren mit ihrer Familie in Wennigsen lebt. „Ich möchte Menschen informieren, sensibilisieren und motivieren.“ Sie selbst interessiere sich schon lange für den Umweltschutz, sagt Witt. „Im privaten Bereich versuchen mein Mann und ich vieles umzusetzen, um möglichst klimaneutral zu leben.“ Sie fahre viel mit dem Fahrrad und lasse das Auto stehen, sie würde selten fliegen und wenig Fleisch essen. „Das sind alles Dinge, die man im Alltag leicht umsetzen kann“, sagt die 49-Jährige.

In Hannover haben hunderte für europäische Werte bei „Pulse of Europe“ demonstriert. Auch Katharina Witt war dabei. Quelle: Christian Behrens (Archiv)

Ihr Engagement hat Witt auch andernorts schon bewiesen, unter anderem ist sie bei der „Pulse of Europe“-Demo in Hannover mitgelaufen und hat einen Vortrag für die Deutsche Bahn zum Thema Mobilität und Klimawandeln erarbeitet. „Jetzt ist für mich der Punkt gekommen, an dem ich sage, ich muss etwas tun. Sonst muss ich mir vorwerfen, dass ich tatenlos zugesehen habe“, sagt sie und denkt dabei vor allem an ihre Kinder und die nachfolgenden Generationen.

Das hat die Gruppe vor

„Wir wollen weiter Demos organisieren, planen für den Herbst eine Baumpflanzaktion und wollen im Frühjahr eine kleine Messe veranstalten“, fängt Witt an aufzuzählen, was sie und ihre Mitstreiter als nächstes vorhaben. Die Messe soll im Wennigser Ortskern – gerne auch unter freiem Himmel – stattfinden. „Wir wollen Aktionen und Vorträge anbieten, eine Müllsammelaktion organisieren, einen Film vorführen“, sagt Witt. Vor allem aber sollen die Besucher an praktischen Beispielen gezeigt bekommen, was sie selber für die Umwelt tun können.

Vorbild Gehrden: In Everloh pflanzen Dietmar und Monika Ladewig seit Jahren in ihrem Mietgarten Gemüse an. Quelle: Marcel Sacha (Archiv)

Gärten zum Mieten

Die Wennigser Initiative will sich in Arbeitsgruppen aufteilen, um Projekte voranzubringen. Unter anderem soll ein sogenannter Teil-Garten angelegt werden. Etwas Ähnliches gibt es beispielsweise schon in Everloh. Seit Jahren bieten die Landwirte Tanja und Heiko Reverey in Kooperation mit der Firma Meine Ernte auf ihrem Hof die Möglichkeit an, in knapp 40 Beeten Gemüse anzubauen. „Regionale Selbstversorgung war früher ganz selbstverständlich – wenn man wieder gemeinsam anbaut, entsteht vielleicht auch wieder ein größeres Gemeinschaftsgefühl in unserer Gesellschaft“, sagt Witt.

Arbeitsgruppe soll Politik auf die Finger schauen

Eine weitere Arbeitsgruppe soll sich damit befassen, die Entscheidungen der Politik im Auge zu behalten und immer wieder darauf zu drängen, dass die Klimaziele, die sich die Gemeinde selbst gesetzt hat, auch erreicht werden. Wennigsen ist eine der ersten Kommunen aus der Region, die mit Unterstützung der Bürger ein Aktionsprogramm erarbeitet hat, um den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß der Gemeinde langfristig zu senken. Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen um 35 Prozent sinken – ein Wert, den Wennigsen wohl deutlich verfehlen wird.

Die Gemeinde habe den Klimaschutz zu lange schleifen lassen, sagt Witt. Sie hofft, dass sie und ihre Mitstreiter nun etwas in Gang setzten können, damit in Wennigsen der Klimaschutz wieder großgeschrieben wird. Um sich über Ideen auszutauschen, soll es regelmäßige Stammtische geben.

Mitstreiter gesucht

Wer sich der Klimaschutz-Gruppe anschließen will, kann sich bei Katharina Witt unter Telefon (01 77) 2 00 80 48 oder bei Detlev Krüger-Nedde unter (0 51 03) 92 75 46 melden.

Von Lisa Malecha

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