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Wennigsen Zuckerfest: Syrische Familien feiern Ende des Fastenmonats
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Zuckerfest: Syrische Familien feiern Ende des Fastenmonats
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00:17 13.06.2019
Am Büfett und im Garten herrschen beim Zuckerfest ausgelassene Stimmung. Quelle: Ingo Rodriguez
Wennigsen

Endlich wieder ganz normal bei Tageslicht essen und trinken: Rund 15 syrische Familien haben am Sonntag mit Integrationshelfern und Freunden aus dem Verein Miteinander Wennigsen das Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert. Zuckerfest – so nennen die Menschen aus den arabischen Ländern die traditionelle Zusammenkunft, mit der die strengen Regeln das Fastenmonats verabschiedet werden.

„Wir dürfen im Ramadan nur vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang essen und trinken“, nannte der Organisator der Feier, Ismael Jalek, die wichtigsten Grundsätze der Fastenzeit. Er hatte im Gemeindehaus am Klosteramthof eine Feier mit Musik, Kinderaktionen und einem großen Büfett auf die Beine gestellt.

Leckere arabische Spezialitäten

Im Gemeindehaus hatte sich nach der offiziellen Begrüßung an den Tischen mit arabischen Spezialitäten schnell eine lange Schlange gebildet. Gerollte Weinblätter, Reis mit Gemüse und Rinderhackfleisch, frittierte Kichererbsen und viele Salate: Die syrischen Familien hatten ein abwechslungsreiches Büfett zusammengestellt. „Aber Alkohol ist für uns tabu“, sagte Ammar Altoungji. Der 57-jährige Syrer lebt seit 50 Jahren in Berlin und war als Freund einer der Familien zum Zuckerfest eingeladen worden. „Es geht auch darum, mit Freunden und Angehörigen zusammen zu sein“, sagte Organsiator Jalek.

Fastenzeit soll das Innere der Menschen reinigen

Am Büfett bilden sich beim Zuckerfest lange Schlangen. Quelle: Ingo Rodriguez

Er hatte in seiner Begrüßung für die Integrationshelfer und Freunde aus Wennigsen noch einmal wichtige Hintergründe erläutert: „Der Ramadan ist keine Diät und auch keine Strafe. Es soll das Innere des Menschen reinigen.“ Deshalb sei es auch nicht sinnvoll, beim Essen und Trinken nach Sonnenuntergang – der Zeit des Fastenbrechens – maßlos zu sein. Es gehe schließlich auch darum, über Menschen nachzudenken, die auch ohne Sonnenlicht keinen reich gedeckten Tisch hätten, sagte Jalek. Kinder und schwangere Frauen seien von den Regeln jedoch ausgenommen. „Bevor jemand völlig geschwächt oder krank wird, soll auch lieber Nahrung aufgenommen werden. Niemand soll wegen der Fastenregeln krank werden.“

Ausgelassene Stimmung bei den Kindern

Dass ein Zuckerfest ein unterhaltsames Miteinander ist, konnte auch Ulrike Müller aus dem Vorstand des Integrationshilfevereins Miteinander bestätigen. „Das ist eine tolle Atmosphäre“, sagte sie – während die Kinder nach dem Essen ausgelassen herumtobten und Süßigkeiten naschten. „Es heißt ja immerhin Zuckerfest“, sagte Organsiator Jalek und schmunzelte. Einen starken Kaffee hatte sich nach dem Essen Wennigsens Bürgermeister Christoph Meineke einschenken lassen. Er hatte die Einladung zum Fest gerne angenommen – ebenso wie viele Wennigser. „Es ist schön zu sehen, wie gut die Integration in Wennigsen voranschreitet“, sagte Meineke. Voranschreiten wird im nächsten Jahr auch die Fastenzeit. „Der Ramadan verschiebt sich nach dem Mondkalender pro Jahr um zehn Tage“, begründete dies Jalek.

Von Ingo Rodriguez

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