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Wennigsen Wennigsen hat jetzt ein eigenes Gockel-Bier
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15:09 17.07.2019
Ein Bier passend zur selbst ausgedachten Legende rund um den Gockelhahn an der Klostermauer: Winfried Gehrke, alias Deister-Winnie, hat ein neues Wennigsen-Mitbringsel brauen lassen. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Vielen Wennigsern ist er sicherlich schon aufgefallen: Der „Gockelhahn“ an der südlichen Kirchmauer der Klosterkirche – oder eher gesagt die Verfärbung im Stein, die so aussieht, wie ein Hahn. Doch wenige kennen bisher die Geschichte dazu, und noch weniger Wennigser haben schon das neue Wennigser Gockel-Bier getrunken. Das hat Winfried Gehrke, besser bekannt als Deister-Winnie, brauen lassen. Und eine Sage zum Hahn hat er sich direkt auch ausgedacht.

Wie kommt der Hahn in den Sandstein

„Viele Betrachter des Sandsteins fragen sich seit Jahrhunderten: Wie kommt der Hahn in den Sandstein?“, sagt Gehrke. Eigentlich ist die Erklärung ganz simpel: Der Hahn ist lediglich eine ganz normale Verfärbung – wenn auch eine auffällige.

Die Verfärbung ist nicht nur Gehrke aufgefallen. Schon der Heimatforscher und Buchautor Friedrich Wüllner war in den Siebzigerjahren die eigenartige Abbildung auf der Kirchenmauer aufgefallen. Gehrke stimmt seiner Einschätzung zu, dass man mit etwas Fantasie leicht einen Hahn erkennt, der in Richtung Deister blickt. Im Rahmen seiner Führungen auf dem grünen Faden durch Wennigsen hat er immer wieder Interpretationen und Spekulationen seiner Gäste gehört, darüber, wie die Verfärbung entstanden ist.

„Der Gockel ist Teufelswerk“

Und auch Gehrke war die einfache Erklärung nicht gut genug. Er sagt: „Der Gockelhahn ist Teufelswerk!“ Der Hahn müsse gebührend gewürdigt werden, also dachte Deister-Winnie sich kurzerhand eine ganze Sage rund um die Verfärbung aus und seit Kurzem gibt es nun auch ein Bier zu der Geschichte. Das Wennigser Gockel-Bier.

So sieht eine Flasche Gockelbier aus. Quelle: Lisa Malecha

Gockel ziert jetzt Wennigsen-Bier

Er habe schon lange überlegt, was für ein Mitbringsel aus Wennigsen noch fehlt. „Es gibt Sekt, Schokolade, Café und vieles mehr aus Wennigsen, aber ein Bier für den Grillabend, das gab es bislang nicht“, sagt Gehrke. Kurzerhand tat er sich mit dem Triskele-Geschäftsführer Uwe Nordhausen zusammen, der ihm das Bier braute. Denn dieser sei Diplom-Bierbrauer, sagt Gehrke. Das Etikett entwarfen die beiden dann gemeinsam. Die braune Flasche mit Bügelverschluss ziert nun ein Etikett, dass die gockelförmige Sandsteinverfärbung, einen roten Hahn und die Poppenburger Rose zeigt.

Im Kloster wurde früher gebraut

Die Rose hat Graf Bernhard von Poppenburg eingeführt. Sie benennt alle Wennigser Ortsteile. „So kann sich jeder mit dem Bier identifizieren“, sagt Gehrke. Bislang hat er rund 200 Flaschen des neuen Bieres verkauft. „Und es kommen täglich neue Anfragen.“

Gebraut wurde am Kloster früher auch, berichtet Gehrke, damals noch mit Wasser aus dem Mühlenbach. Im Gästehaus des Klosters habe es eine Brauerei gegeben, die dann später in die heutige Pinkenburg ausgelagert worden sei. Passend also, dass er nun wieder ein Wennigser Bier brauen lässt.

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Von Lisa Malecha

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