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Wennigsen Schulprobleme? Eltern gründen Selbsthilfe Gruppe
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Schulprobleme? Eltern gründen Selbsthilfe Gruppe
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15:10 24.01.2019
Alan (13) hat sich in der Schule nicht immer wohl gefühlt, in Gehrden wurde er jedoch sehr gut aufgenommen. Quelle: Tobias Welz
Wennigsen

Alan (13, aus Wennigsen) macht einen sehr glücklichen Eindruck: Er geht in die achte Klasse der Oberschule Gehrden, seine Mitschüler stehen hinter ihm, er lernt viele Dinge, die ihn interessieren. „Wir waren nicht immer so zufrieden mit Alans Schullaufbahn“, erklärt seine Mutter Jacqueline Avdija. Sie hat nun eine neue Selbsthilfegruppe gegründet.

„Die Gruppe richtet sich an Eltern, deren Kinder Probleme in der Schule haben, die anders lernen und die die Welt anders wahrnehmen“, erklärt Avdija. Ihr Sohn Alan ist Autist: Er spricht nicht, hält kaum Blickkontakt zu seinem Gegenüber, bevorzugt die Kontaktaufnahme eher übers Riechen und gibt zwischendurch ungewöhnliche Geräusche von sich. „Ich musste viel dafür kämpfen, damit er ein ihm angemessenes Lernklima erhält“, sagt Alans Mutter heute.

Alan besuchte zunächst den Sprachheilkindergarten in Holtensen: „Wir wollten aber nicht ins Fördersystem abgeschoben werden“, sagt Avdija. Sie tat sich mit zwei anderen Müttern zusammen, kritisierte Fördergutachten und suchte nach einer Regelschule für ihren Sohn. Zweieinhalb Jahre lang ging Alan auf die Grundschule in Großgoltern, bis die Mutter sich mit einer neuen Schulbegleiterin verwarf. Die Suche nach einer neuen Regelschule sei dann erfolglos geblieben. Alan musste auf eine Förderschule: „Dort wurde ihm jedoch nichts angeboten, was zu ihm gepasst hätte“, sagt Jacqueline Avdija. Alan verweigerte daraufhin alles.

Seit gut drei Jahren geht er nun auf die Oberschule in Gehrden. Dort scheint der mittlerweile 13-Jährige gut angekommen zu sein: Auch da habe er manchmal keinen Bock zu lernen, aber das sei ja bei fast allen Kindern in seinem Alter mal der Fall, findet seine Mutter. „Alan macht sich prima, das Verhältnis zu seinen Mitschülern ist äußerst gut“, erklärt Arne Schirmer, Alans Schulbegleiter an der Oberschule in Gehrden. „Er möchte unbedingt an denselben Themen arbeiten wie der Rest der Klasse. Wenn wir da zu sehr variieren, verweigert er auch bei uns die Mitarbeit“, fügt Schirmer hinzu.

Jacqueline Avdija macht das sehr zufrieden: „In der Selbsthilfegruppe möchte ich Eltern, denen es ähnlich geht wie mir früher, motivieren, weiterzukämpfen. Es gibt viele Probleme, die sich ähneln.“ Ein Austausch auf Augenhöhe könne daher viel bringen.

Hier ist die Selbsthilfegruppe erreichbar

Interessierte Eltern können über die hannoversche Beratungsstelle Kibis zu der neuen Selbsthilfegruppe Kontakt aufnehmen. Zu erreichen ist das Büro telefonisch unter (0511) 666567 immer montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr sowie mittwochs von 16 bis 19 Uhr. Kibis steht kurz für Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich.„Wir sind da für Menschen, die eine Selbsthilfegruppe suchen oder gründen möchten“, sagt Mitarbeiter Peter Märtens. Eine Selbsthilfegruppe für ratsuchende Eltern, wie sie sich jetzt in Wennigsen gründen soll, gebe es im Umkreis so speziell noch nicht, sagt er. Ohnehin seien Selbsthilfegruppe im ländlichen Raum eher rar. Die neue Gruppe trifft sich voraussichtlich einmal im Monat im Familienzentrum Wennigsen an der Neustadtstraße. jbö

Von Tobias Welz

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