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Wennigsen Grüne im Dialog: Meeresschutz statt Plastikschmutz
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Grüne im Dialog: Meeresschutz statt Plastikschmutz
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11:22 28.01.2019
Im Dialog über Meeresschutz statt Plastikschmutz mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Imke Byl (Zweite von links) und FDP-Europaabgeordneten Gesine Meißner (Vierte von links). Quelle: Barbara Krüger
Wennigsen

Die Rettung der Meere ist ein brisantes Thema: Bis zu 450 Jahre kann es dauern, bis eine Plastikflasche im Meer verrottet. Gemeinsam mit dem FDP-Ortsverband hatten die Wennigser Grünen zum Dialog eingeladen, um über Meeresschutz statt Plastikschmutz zu reden. Das Resümee des Abends: Die Vermüllung der Meere lässt sich nur stoppen, wenn man auf allen Ebenen handelt und umdenkt: global, regional, lokal – und zuletzt jeder Konsument persönlich. „Der Abend hat deutlich gemacht, dass die Brisanz des Themas in der Bevölkerung angekommen ist und neben dem Umdenken im Einkaufsverhalten gesetzliche Regelungen lieber heute als morgen beschlossen werden müssen,“ sagte Grünen-Fraktionssprecherin Gun Wittrien.

Anschaulich informierte die Wennigser FDP-Europaabgeordnete Gesine Meißner über die Auswirkungen des Plastikkonsums auf die Weltmeere: „Allein Verpackungen nehmen 42 Prozent des produzierten Plastiks ein“, sagte sie und nannte den Straßenabrieb der Autoreifen, Mikroplastik in Kosmetika, Zigarettenfilter, Q-Tipps und To-Go-Becher als Beispiele, die einen immensen Anteil am Plastikmüll ausmachen. Meißner ist Sondergesandte für Meerespolitik des Präsidenten des Europäischen Parlaments. Bilder von riesigen Plastikstrudeln, mehr als viermal so groß wie Deutschland, hätten zuletzt auf erschreckende Weise an die Auswirkungen auf unsere Umwelt erinnert, sagte sie.

Die Europaabgeordnete mahnte, das sei aber lediglich ein Teil der Problematik, der größere läge als Mikroplastik auf dem Meeresboden und gelange über die Nahrungskette inzwischen auch zu uns. Meißner schlug einen inhaltlichen Bogen von der Produktion des Plastiks über die Problematik der Entsorgung und Wiederverwertung bis zu wirtschaftlichen Auswirkungen. Europäische Konsequenzen finden sich unter anderem in Gesetzen zur Entsorgung von Schiffsmüll, die Meißner federführend verhandelt hat. Mit leidenschaftlichem Engagement kämpft sie für die „Mission plastikfreier Ozean“, die zum Beispiel Forschungen zur Produktion von Autoreifen aus Löwenzahn unterstützt.

Weniger Plastikmüll: Edeka-Kunden können eigene Behälter mitbringen

37,4 Kilogramm Plastikmüll produziert jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr – das sind Zahlen aus einer Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft. Plastik ist einfach überall. Im Supermarkt kommt man kaum drum rum: Kunststoff ist um Gurken gewickelt, Trauben werden darin verpackt, Joghurt-Plastikverpackungen sind Standard, Pet-Flaschen sind auf dem Vormarsch, auch in den beliebten Tetrapacks ist eine Kunststoffbeschichtung.

Um regionale Möglichkeiten auszuloten, wollen die Wennigser Grünen eine weitere Veranstaltung gemeinsam mit der Wirtschaftlichen Interessensgemeinschaft zu diesem Thema organisieren. Geplant seien außerdem Gespräche mit dem Einzelhandel.

Edeka-Ladage geht bereits mit gutem Beispiel voran und war vor einigen Monaten der erste Supermarkt in Wennigsen, der auf Wunsch bei Fleisch, Wurst und Käse komplett auf Einwegverpackungen verzichtet. Kunden können ihre eigenen Mehrwegbehälter mitbringen.

Grünen-Landtagsabgeordnete Imke Byl referierte aus einer Anfrage ihrer Partei an die Landesregierung zum Zustand der Nordsee und kritisierte die wenig befriedigenden Antworten der Landesregierung. Bei bis zu 70 Prozent des Nordseefischs sei einer Studie im Auftrag des Weltwirtschaftsforums zufolge Mikroplastik entdeckt worden. Unsinnige Verpackungen in Industrie und Handel sollten verboten werden, fordert die Grünen-Politikerin.

Als Beispiele für Vorschläge der Grünen nannte die Landtagsabgeordnete die Förderung von Mehrwegsystemen etwa bei Großveranstaltungen, die Einführung von Plastik-Wertstofftonnen sowie den Meeresmüll-Fonds, in den die Industrie einzahlen soll. Abschließend wies sie auf die Bedeutung der Europawahl im Mai hin – denn der Abend habe nochmals sehr deutlich gezeigt, wie bedeutsam eine gemeinsame Vorgehensstrategie sei, sagte Byl.

Von Jennifer Krebs

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