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Wennigsen Wohnungen oder Gräber? Was soll mit dem Kleinen Lutterfeld passieren
Aus der Region Region Hannover Wennigsen Wohnungen oder Gräber? Was soll mit dem Kleinen Lutterfeld passieren
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14:11 13.09.2019
Michael Albrecht führt die Ausschussmitglieder über den Wennigser Friedhof. Quelle: Lisa Malecha
Wennigsen

Wohnraum ist knapp in der Gemeinde, doch in Wennigsen gibt es kaum freie Flächen, die bebaut werden können. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Gemeinde zu vergrößern, würde das Kleine Lutterfeld bieten – doch das Gebiet ist eigentlich eine Erweiterungsfläche für den Friedhof.

Doch muss dieser noch wachsen? Was ist wichtiger: Gräber oder Wohnungen? Mit diesen schwierigen Fragen befasst sich nun der Bauausschuss. Dessen Mitglieder haben sich den Friedhof am Donnerstagabend angeschaut – denn die Planungshoheit liegt bei der Kommune.

Friedhof sieht Erweiterungsbedarf

Schon seit Längerem ist das Kleine Lutterfeld, das etwa 15.000 Quadratmeter große Flurstück neben dem Friedhof, für neue Mietwohnungen im Gespräch. Die Pläne liegen mehr oder weniger auf Eis, seit Anwohner und Kirche ihr Veto eingelegt haben, weil der Friedhof dann nicht mehr erweitert werden könnte. Der Rat hat die Verwaltung beauftragt, eine Friedhofsbedarfsplanung zu erstellen – „auf Grundlage der Frage, ob es hier angemessen ist, Bauland oder Friedhof zu planen“.

„In spätestens zwei bis drei Jahren brauchen wir die Fläche“, betonte Michael Albrecht, Vorsitzender des Friedhofsausschusses der Marien-Petri-Kirchengemeinde, bei dem Rundgang. Er ist sich sicher, dass der Bedarf an Grabstätten in der Gemeinde steigen wird, da derzeit auch neue Wohngebiete, etwa Caleidis, entstehen. „Die Erweiterungsfläche im Osten ist unsere einzige Möglichkeit, den Friedhof zu vergrößern – wir haben weder nach Süden, nach Norden noch nach Westen freie Flächen“, sagte Albrecht.

Viel Grün: Das Friedhofsgelände mit den 3500 Gräbern ist knapp 3,5 Hektar groß. Ob der Friedhof sich vergrößern kann, muss die Politik entscheiden.

Im Schnitt gibt es auf dem Friedhof jährlich zwischen 80 und 90 Bestattungen. „Und wir sind auf diese Anzahl angewiesen“, sagte Albrecht. Denn die Kirchengemeinde Wennigsen ist Träger des Friedhofs, er wird nicht über die Kirchensteuer oder Zuschüsse der Kirche finanziert. „Wir müssen so arbeiten, dass wir unsere Kosten decken – der Friedhof ist ein Wirtschaftsunternehmen“, betonte Albrecht. Daher sei es wichtig, dass dem Friedhof Wennigsen eine Zukunftsperspektive gegeben wird.

Friedhöfe unterliegen der niedersächsischen Kommunalabgabenverordnung (NKAG). Kosten, die im Rahmen der Bewirtschaftung entstehen werden als Gebühren an die Grabnutzer weitergegeben. Dementsprechend wird der Friedhof nicht gewinnorientiert bewirtschaftet, ist jedoch gehalten, keine Verluste zu erwirtschaften, erläuterte Albrecht.

Klosterkammer ist Bebauung nicht abgeneigt

Die Erweiterungsflächen werden laut Albrecht dringend benötigt, weil durch immer mehr Baumbestattungen die Anzahl der Baum-Beisetzungen zugenommen hat und mehr Fläche benötigt wird. Zudem muss der Äbtissinnen-Friedhof erweitert werden, nachdem dort der letzte Beisetzungsplatz vergeben wurde. Eine Erweiterung müsse zudem direkt an den bestehenden Friedhof angegliedert werden, sagte Albrecht.

Das Grundstück neben dem Friedhof gehört der Klosterkammer Hannover, die daran interessiert sei, die mögliche Erweiterungsfläche im Ortskern zu Bauland zu entwickeln, sagte Sprecherin Kristina Weidelhofer bereits im vergangenen Jahr.

Der Bauausschuss wird das Thema in seiner kommenden Sitzung am Donnerstag, 7. November, diskutieren.

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