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Stadt Hannover Standort steht fest: Neues Gymnasium kommt nach Bemerode
Aus der Region Stadt Hannover Standort steht fest: Neues Gymnasium kommt nach Bemerode
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00:18 18.05.2019
Alte Debatte, neuer Sitzungsort: Am Mittwoch tagte der Schulausschuss in der Tellkampfschule. Der Standort für das 18. Gymnasium sorgte erneut für Streit. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Das 18. Gymnasium soll nach Bemerode kommen. Das hat der Schulausschuss der Stadt nach fast einjährigem Streit beschlossen. Sieben Vertreter, darunter SPD, FDP, ein Lehrer- und ein Elternvertreter stimmten dafür, acht Mitglieder des Ausschusses enthielten sich.

Städtisches Grundstück macht schnellere Planung möglich

Hinter vorgehaltener Hand war das 16.000 Quadratmeter umfassende städtische Grundstück am Schützenplatz schon lange als Standort-Favorit gehandelt worden. Schließlich ist es bereits im Besitz der Stadt, muss nicht erst umständlich erworben werden, damit ist eine schnellere Bauplanung möglich. Denn die Zeit drängt. Es fehlen schon jetzt Gymnasialplätzen im fünften Jahrgang. In vielen Klassen sitzen – statt der erlaubten 30 – derzeit 31, manchmal sogar 32 Kinder.

In den höheren Jahrgängen verlassen jedoch viele Schüler wieder das Gymnasium, weil sie den Anforderungen nicht gewachsen sind. Deshalb hatte es auch in den vergangenen Monaten erheblichen Widerstand gegen ein weiteres Gymnasium in der Stadt gegeben – wichtiger sei eine Realschule, um die Schulformwechsler aufzunehmen, hatte die CDU argumentiert. Die Schülervertreter hatte eine weitere Integrierte Gesamtschule gefordert, das „Bündnis für eine Schule der Kulturhauptstadt“, ein Zusammenschluss aus Eltern, Lehrern und Gewerkschaftern, will eine Schule ganz neuen Typs bauen.

300 Schüler werden Gymnasien verlassen

Die Grünen, die im Herbst 2018, wenn auch nach eigenem Bekunden „mit Bauchschmerzen“ noch dem Antrag des Ampelbündnisses auf ein 18. Gymnasium zugestimmt hatten, enthalten sich dieses Mal der Stimme. „Mindestens 300 Kinder allein aus dem Gymnasium werden voraussichtlich abgeschult, das sind 10 Klassen“, sagt Silvia Klingenburg-Pülm, schulpolitische Sprecherin der Grünen. „Wir haben bereits im letzten Jahr über die schon damals erschreckend hohe Zahl von abgeschulten Kindern gesprochen. Dieses Jahr sind es vermutlich noch mehr, für uns eine Zahl, die die Gründung eines weiteren Gymnasiums ad absurdum führt.“

Grüne enthalten sich

Mit diesen neuen Informationen könnten die Grünen der Standortentscheidung nicht mehr zustimmen, sagt Klingenburg-Pülm. Es handle sich lediglich um eine Symptombehandlung, nicht um ein Kurieren des zugrunde liegenden Problems.

Die CDU hingegen, die ja eigentlich eine neue Realschule und kein neues Gymnasium will, hält den Standort Bemerode allerdings für alternativlos, wie Schulexpertin Stephanie Matz sagt, enthält sich bei der Abstimmung dann aber. Andreas Bingemer (FDP) sagt, der Standort sei ideal, es fielen keine Grunderwerbskosten an, die Infrastruktur und Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr seien gut. Allerdings müsse die Schützengesellschaft Bemerode, die auf dem Grundstück Am Sandberge ihr Vereinsheim habe, eine Ersatzfläche bekommen.

Angesichts steigender Schülerzahlen seien dringend neue Schulen nötig, betont Afra Gamoori (SPD). Nicht nur ein Gymnasium, sondern eine andere weiterführende Schule, aus Sicht der Sozialdemokraten am liebsten eine IGS, müsse schnell errichtet werden.

Keine Konkurrenz für IGS Kronsberg?

Für eine andere weiterführende Schule, die dann auch die Wechsler der Gymnasien aufnehmen könnte, haben die Planungen aber noch gar nicht begonnen. Es gibt dazu noch gar keine Beschlüsse. Ein Grundstück dafür habe man auch noch nicht in Aussicht, antwortetet Bildungsdezernentin Rita Maria Rzyski auf eine entsprechende Frage von Tobias Braune (parteilos). Gamoori unterstreicht, dass die Entscheidung für das Gymnasium in Bemerode nicht als Konkurrenz für die IGS Kronsberg zu verstehen sei. Die Gesamtschule leiste hervorragende Arbeit. Dezernentin Rzyski erinnert daran, dass die IGS in den nächsten Jahren auch rundumsaniert und „faktisch neu gebaut“ werde.

Von Saskia Döhner

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