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Stadt Hannover 2000 Katholiken feiern Fronleichnam
Aus der Region Stadt Hannover 2000 Katholiken feiern Fronleichnam
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21:10 04.06.2015
Von Simon Benne
Messe unter freiem Himmel: Mehr als 2000 Christen haben sich an der Marktkirche versammelt. Quelle: Michael Wallmüller
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Hannover

Kommunionkinder sind in weißen Kleidern gekommen. Kolping-Verbände schwenken Fahnen, Malteser-Ritter haben ihre festlichen Gewänder angezogen, und Messdiener schwenken Weihrauchfässer.

Der Reformator hatte Fronleichnam einst als "eitel Abgötterei" und als "allerschändlichstes Fest" geschmäht. Jetzt hob er zwar den Zeigefinger, doch vom Sockel herab stieg er nicht. Dabei spielte sich unter seinen Augen eine historische Premiere ab: Erstmals seit der Reformation 1534 waren die Katholiken zur Fronleichnamsmesse an die seither evangelische Marktkirche zurückgekehrt - auf Einladung der Protestanten, die bei schlechtem Wetter sogar die Pforten der Kirche für sie geöffnet hätten. "Die christlichen Kirchen Hannovers begegnen sich längst in tiefer Freundschaft", sagt Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann: "Gemeinsam wollen wir zeigen, dass alle Religionen Heimatrecht im Herzen der Stadt haben." Propst Martin Tenge, oberster Katholik der Region, sagt, er sei dankbar und froh über die Einladung: "Das ist ein besonderes Ereignis, das den Zusammenhalt der Christen symbolisiert."

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Ein Hauch von Kirchentag liegt über dem Marktplatz, als der Gottesdienst mit Posaunenklängen zum (ursprünglich lutherischen) Kirchenlied "Liebster Jesu, wir sind hier" beginnt. "Die Marktkirche bleibt evangelisch, rechnen sie mal damit", scherzt Heinemann in einem Grußwort, "aber wir wollen nach dem Gemeinsamen suchen." Da passt es, dass der Pfarrer des Ökumenischen Kirchenzentrums Mühlenberg, Klemens Teichert, die Predigt hält. Er findet versöhnliche Worte für die Reformation vor fast 500 Jahren ("Das war dran damals, dass Kirche sich reformiert") und betont die Gemeinsamkeiten der Konfessionen: "Unser Fundament ist Christus."

Zum siebten Mal feiern Katholiken aus einem Dutzend Gemeinden das Fest mit einem zentralen Gottesdienst. Die traditionelle Prozession danach führt diesmal unter dem Motto "Unterwegs zu Gott" von der Marktkirche durch die Altstadt zur Basilika St. Clemens. In einer Monstranz wird dabei eine geweihte Hostie durch die Straßen getragen, in der nach katholischem Verständnis Christus selbst gegenwärtig ist. "Fronleichnam" bedeutet im mittelalterlichen Deutsch "Leib des Herrn". In diesem Jahr sei der Weg "eine sichtbare Brücke" zwischen den Konfessionen, sagt Propst Tenge: "Das hat schon was Historisches."

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