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Stadt Hannover Alter Charme, neues Gewand: Die Trattoria Piu wird umgebaut
Aus der Region Stadt Hannover Alter Charme, neues Gewand: Die Trattoria Piu wird umgebaut
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12:50 27.04.2010
Servieren künftig in neuer Einrichtung, aber mit alter Herzlichkeit: Gabriella und Antonino Piu. Quelle: Florian Wallenwein

Die Trattoria in der Goethestraße ist nach den Umbauarbeiten kaum mehr wiederzuerkennen, der leicht abgewirtschaftete Gastraum hat sich in ein lichtdurchflutetes, modernes Lokal verwandelt. Doch es scheint Inhaber Antonio Piu schwer gefallen zu sein, sich von den Gegenständen zu trennen, die ihn 30 Jahre lang umgeben haben. Piu erzählt von der Landkarte im Eingangsbereich, die seine Heimat Sardinien zeigt und Gästen stets Anlass gab, sich über ihre Reisen ans Mittelmeer auszutauschen. Er spricht auch über die Wanduhr aus Mailand, die den Geschäftsleuten verlässlich das Ende ihrer Mittagspause ankündigte und über die rustikalen Stehtische aus Marmor. Und nun kommen sie also in den Keller, die Erinnerungsstücke aus den vergangenen 30 Jahren.

In der Trattoria von Familie Piu wird seit fast zwei Monaten umgebaut, eigentlich komplett saniert. „Nach 30 Jahren braucht so ein Laden ein neues Gesicht“, sagt Luca Piu, der seinen Eltern den Umbau vorgeschlagen hatte. Da wurden Zwischendecken abgehängt, ganze Wände eingerissen und Fliesen herausgeschlagen. Es wurde gestrichen, gemalert und gesägt. Von der ersten Idee bis zur geplanten Fertigstellung am kommenden Freitag sind knapp zwei Jahre ins Land gegangen. Die hannoverschen Architektinnen Irina Joana Keferstein und Tatjana Sabljo haben sich von den Baumaßnahmen über das Geschirr bis hin zur Wahl der Servietten für die Trattoria ein komplettes Gestaltungskonzept überlegt. „Uns lag das Projekt persönlich am Herzen, weil wir selbst Stammgäste sind“, sagt Keferstein. Trotz aller Modernisierungsmaßnahmen steckt hinter jedem Gestaltungselement immer noch die Absicht, etwas vom Charme der rustikalen Trattoria zu bewahren. Die gesellige Atmosphäre des Lokals, in dessen Mittelpunkt seit drei Jahrzehnten Gabriella Piu steht, die von Stammgästen liebevoll auch „Mama Piu“ genannt wird, sollte durch die Architektur unterstrichen werden.

„Wir haben uns für sehr schlichte Formen und Linien und nur für wenige Farbakzente entschieden“, sagt Sabljo. „Denn das Wichtigste sind bei Mama Piu immer die Gäste.“ So erstrahlen die Wände in einem einfachen Weiß. Die Architektinnen haben aber auch einige olivgrüne Farbakzente gesetzt. „Das Grün soll an mediterrane Olivenhaine erinnern, die es auf Sardinien zuhauf gibt“, sagt Keferstein. Die Farbe wiederholt sich auch in Details wie in den Servietten und den Bestecktüten. Im oberen Bereich der Wände wird das rote Mauerwerk sichtbar. „Die relativ strenge Formensprache wird hier gebrochen“, sagt Sabljo. „Das alte Mauerwerk soll den provisorischen Charakter der Trattoria transportieren.“

Da es in einem solchen Lokal traditionell geschäftig zugeht, entschieden sich die Architektinnen für lange Eichenstehtische, an denen bis zu sechs Personen bequem Platz nehmen können. „Zu unseren Gästen gehören viele Geschäftsleute, die hier ihre Mittagspause verbringen“, sagt Gabriella Piu. „Da muss es häufig schnell gehen.“ Festlich eingedeckte, große Tische passen da nicht. Mit der Wahl der 60 Zentimeter breiten Stehtische war auch die Entscheidung für das Geschirr getroffen: Die hausgemachten, mit Ricotta gefüllten Ravioli etwa werden künftig in einer länglichen Schale serviert. „Wenn man sich gegenübersitzt, reicht der Platz nicht für üppiges Geschirr“, sagt Keferstein.

Während der Gast an einem Espresso nippt, kann er künftig auch durch die großen Eichenfenster auf die Goethestraße, den Turm der Marktkirche und das Hohe Ufer blicken „Die Trattoria sollte ein großzügiges Gesicht zur Straße hin bekommen“, sagt Sabljo. Die Straßenbahnen und hupenden Autos erinnerten gar ein wenig an das Treiben in italienischen Großstädten.

Auch wenn sich das Gesicht der Trattoria sehr gewandelt hat – die Sardinien-Karte kommt nicht zu den anderen Sachen in den Keller, sondern wird wieder aufgehängt. Dafür hat Antonino Piu bereits gesorgt.

Stefanie Nickel

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