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Stadt Hannover Muss die Nord/LB ein Sparguthaben von 1994 auszahlen?
Aus der Region Stadt Hannover Muss die Nord/LB ein Sparguthaben von 1994 auszahlen?
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16:02 29.07.2019
Dieses „Goldene Sparbuch“ legte der Vater des Klägers im November 1989 an – fünf Jahre später lief der Sparplan aus. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Das Sparbuch ist 30 Jahre alt, der Eigentümer inzwischen verstorben. Jetzt erhebt der 75-jährige Sohn des Bankkunden Anspruch auf den Betrag von 9906,82 DM, der in der letzten Zeile des damals als „Goldenes Sparbuch“ titulierten Heftchens notiert ist. Das Sparbuch sei nicht ordnungsgemäß entwertet worden, so der langjährige Firmenanwalt, er gehe davon aus, dass die Bank seinem Vater diesen Betrag nie ausgezahlt habe.

Die Nord/LB hatte das Sparbuch im November 1989 eingerichtet, fünf Jahre später lief der Sparplan aus. Die Bank behauptet, dem Sparer die knapp 10.000 Mark ausgehändigt zu haben. Doch belegen kann sie dies nicht, da alle mit dem Sparbuch verbundenen Unterlagen schon vor Jahren vernichtet wurden. Nach einem ersten Verhandlungstermin am Amtsgericht Hannover haben beide Parteien nun vier Wochen Zeit, über einen von der Richterin angeregten Vergleichsvorschlag von 4000 Euro nachzudenken.

Kläger fand Sparbuch beim Aufräumen

Der Vater des in Salzgitter lebenden Klägers war 2010 im Alter von 90 Jahren verstorben, doch erst 2017 fand der Anwalt beim Aufräumen das Sparbuch, das in einem Beutel mit Steuerunterlagen schlummerte. Ende 2018 suchte er zwei verschiedene Geschäftsstellen der Nord/LB auf und wollte den Betrag ausgezahlt bekommen – und scheiterte.

Von dem Sparbuch wurde jedoch keine Ecke abgeschnitten, es ist nicht durch eine Lochung als ungültig kenntlich gemacht worden, und auf der letzten Seite ist lediglich ein Stempelaufdruck „Maschinelle Abrechnung, Fälligkeit beantragt“ zu erkennen, ohne Datum, ohne Unterschrift.

„Keine Zinsen gutgeschrieben“

„Außerdem hat die Bank meinem Vater für das Jahr 1994 überhaupt keine Zinsen gutgeschrieben, da ist es doch niemals zu einer Schlussabrechnung und einer Auszahlung gekommen“, sagte der 75-Jährige. Er habe inzwischen vonseiten der Landesbank vier Versionen gehört, wie das Geld angeblich ausgezahlt wurde – aber glauben könne er keine.

Bank wehrt sich – doch es fehlt der Beweis

Der Rechtsanwalt der Bank sprach davon, es sei „ziemlich sicher“, dass dem Vater des Klägers das Geld ausgezahlt wurde. „Doch können Sie das auch beweisen?“, fragte die Richterin den Nord/LB-Vertreter. Der, etwas kleinlaut, musste zugeben, dass er das nicht könne, wo es doch keine Dokumente mehr gebe. „Und ich habe auch Zweifel, dass der Stempel ,Maschinelle Abrechnung’ ausreichend ist“, gab die Richterin die Richtung einer möglichen Entscheidungsfindung vor.

Der Vermutung des Bank-Anwalts, dass die 9906,82 DM im Jahr 1994 auf das Girokonto des Vaters gebucht wurden, widerspricht der 75-Jährige: „Ich habe alle Kontoauszüge meiner Eltern in meinem Besitz, nie ist solch ein Betrag auf eines ihrer Girokonten aufgebucht worden.“

75-Jähriger will Geld in bar haben

Eigentlich, so der klagende Firmenanwalt, schulde die Nord/LB ihm bei dem vor 25 Jahren vereinbarten Zinssatz von 6,25 Prozent mit Zins und Zinseszins einen fünfstelligen Betrag. Er sei das Thema aber leid, wolle die Geschichte endlich zu Ende bringen. Allerdings beharrte der immer noch berufstätige Jurist darauf, die im Vergleich vereinbarte Summe von 4000 Euro – sollte sie bestätigt werden – direkt bei einer Bankfiliale in Salzgitter bar abzuheben: „Ich habe kein Vertrauen mehr in das deutsche Bankwesen, führe hier auch kein Konto mehr.“ Und schließlich, so der 75-Jährige, könne sich dieser Prozess als Sprengsatz für die Finanzbranche erweisen: „Vielleicht existieren ja noch viele andere Sparbücher, die nicht ordnungsgemäß ausgebucht und ausgezahlt wurden.“

Von Michael Zgoll

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