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Stadt Hannover Zusammenprall mit Auto: Verletzte Radfahrerin trägt Mitschuld
Aus der Region Stadt Hannover Zusammenprall mit Auto: Verletzte Radfahrerin trägt Mitschuld
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09:00 08.08.2019
An dieser Stelle am Schnittpunkt von Kaufland-Parkplatz und Rundestraße passierte der Unfall. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Der Zusammenstoß zwischen einer 62-jährigen Autofahrerin und einer 53 Jahre alten Radfahrerin vor dem Kaufland-Parkplatz am Raschplatz verursachte bei einem Hyundai i10 einen Blechschaden von gut 1000 Euro, die nach dem Crash auf den Asphalt gestürzte Radlerin wurde am Unterschenkel verletzt. Doch auch aus dem Zivilprozess, der seit Mittwoch vor dem Amtsgericht läuft, wird keine der beiden Parteien ohne Blessuren herauskommen. Richter Peter Immen deutete nach der Befragung aller Beteiligten an, dass sich beide Seiten die Schadensersatzforderung der Autofahrerin teilen müssen – mit einer Quote, die sich irgendwo bei der Hälfte plus/minus 10 Prozent einpendeln dürfte. Sein Urteil wird Immen am 28. August verkünden.

Beteiligte schildern Unfallhergang in zwei Versionen

Die als Klägerin auftretende Autofahrerin war an einem Montagvormittag im März 2018 vom Kaufland-Parkplatz gerollt, um in die Rundestraße einzubiegen. Doch von rechts – auf der falschen Straßenseite und den Fußweg nutzend – kam die 53-jährige Reinigungsfachkraft auf ihrem Rad angefahren, hinter ihr ein Kollege, der ebenso wie sie zur gemeinsamen Arbeitsstelle in einem benachbarten Hotel radelte. Das Gericht bekam am Mittwoch zwei Versionen zu hören, wie es zu dem Zusammenstoß kam. Die Hyundai-Fahrerin behauptete, sie habe bereits gestanden und die Radlerin sei ihr vorne in den Kotflügel gefahren. Die Beklagte – und auch ihr Begleiter – beharrten darauf, dass sie sich bereits vor dem in Bewegung befindlichen Auto befunden hatte und dann seitwärts vom Rad katapultiert worden sei.

Richter sieht Fehler auf beiden Seiten

Noch ist kein Urteil gefallen, aber Richter Immen machte deutlich, dass beide Seiten Fehler begangen haben. Die Autofahrerin sei verpflichtet gewesen, das Vorfahrtsrecht von Fußgängern und Radfahrern auf der Rundestraße zu beachten, auch wenn die Reinigungsfachkraft auf der falschen Seite gefahren sei. Andererseits sei genau dieser Punkt für die Radlerin negativ zu bewerten. Die allgemeine Rechtsprechung besagt, dass ein Fahrradfahrer, der einen Radweg in falscher Richtung benutzt und dann mit einem Auto kollidiert, zu 30 Prozent für den Schaden mithaftet. Da die 53-Jährige aber zusätzlich auch noch auf einem Fußweg geradelt sei, so der Richter, müsse sie sich auf eine höhere Schadensquote einstellen – einen Anteil zwischen 40 und 50 Prozent. Hinzu kommen für beide Beteiligte Bußgelder, weil sie eine Ordnungswidrigkeit begangen haben.

Auf den Unfall folgt das Bußgeld

Leichte Verkehrsunfälle, die nicht mit einem Straftatbestand wie einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr oder Fahrerflucht in Zusammenhang stehen, können immerhin als Ordnungswidrigkeit geahndet werden – unabhängig von den zivilrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen den Unfallbeteiligten. In vergleichbaren Fällen wie der Kollision vor dem Kaufland-Parkplatz in der Rundestraße muss ein Autofahrer mit einem Bußgeld von 100 Euro plus einem Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei rechnen, weil er einem anderen Verkehrsteilnehmer die Vorfahrt genommen hat.

Fährt ein Radfahrer auf einem Gehweg und verursacht dabei einen Unfall, ist gemeinhin ein Bußgeld von 30 Euro fällig. Benutzt er einen beschilderten Radweg in der falschen Richtung und es kommt infolgedessen zu einer Sachbeschädigung oder gar einem Unfall, sind 35 Euro fällig. Doch bezüglich all dieser Delikte gilt: Kommt es bei derartigen Verstößen gegen die Regeln der Straßenverkehrsordnung nicht zu einem Unfall, fallen die Bußgelder deutlich niedriger aus.

Von Michael Zgoll

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