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Stadt Hannover Arzt soll 40.000 Euro Strafe zahlen
Aus der Region Stadt Hannover Arzt soll 40.000 Euro Strafe zahlen
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13:25 30.07.2017
Von Sonja Fröhlich
Der angeklagte Arzt aus Hannover ist zu seinem Prozess am Mittwoch nicht erschienen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Er ist bereits zu 40.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden, die will er aber nicht akzeptieren. Am Mittwoch platzte bereits zum vierten Mal sein Prozess vor dem Amtsgericht Hannover – wieder einmal schwänzte der Angeklagte seinen Gerichtstermin.

Die Vorwürfe gegen den Facharzt sind prekär: Im November 2010 hatte er eine Prostituierte mit in seine Praxis genommen. Anstatt des vereinbarten Lohns von 200 Euro erhielt die Frau lediglich 70 Euro. Als sie sich darüber beschwerte, versteckte er ihre Kleidung und schloss die Tür seiner Praxis ab. Später befreite er die Frau aus den Räumen – diese ging zur Polizei.

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Noch am gleichen Tag ließ sich der Arzt von einem Taxifahrer in einen Sexklub nach Vahrenheide chauffieren - und als dieser geschlossen hatte, zurück zum Bahnhof. Während der Fahrt belästigte er den Fahrer sexuell, bis dieser ihn energisch zurückwies. Zurück am Bahnhof wollte er das Taxi nicht bezahlen. Der Fahrer ging daraufhin schnurstracks zur Polizeiwache, der Arzt folgte ihm. Dort spielten sich dann skurrile Szenen ab: Es kam zu einer heftigen Diskussion, in deren Verlauf sich der Mann vor den Beamten auf den Boden schmiss und publikumswirksam schrie, dass er geschlagen werde.

Wegen seiner Taten erhielt der Mann zunächst zwei Strafbefehle von jeweils 1000 Euro, gegen die er aber Einspruch einlegte. Zu den entsprechenden Verhandlungsterminen erschien er nicht. Zwischenzeitlich hatte ihm ein benachbarter Psychiater ein Attest wegen Depressionen ausgestellt, aber auch zu dem vom Gericht angeordneten Gutachtertermin erschien der Mann nicht. Dann prellte er erneut einen Taxifahrer, diesmal um 11,60 Euro, danach wurde eine Gesamtstrafe gebildet: Nun soll der Arzt 40.000 Euro zahlen. Diesmal schätzte das Gericht das tägliche Nettoeinkommen des Arztes auf 500 Euro und legte 80 Tagessätze fest. Der Verurteilte hat den Schuldspruch mittlerweile zwar anerkannt - aber die Geldstrafe hält er für zu hoch. Beim neuerlichen Termin erwartete Amtsrichter Hans-Jochen Siecken am Mittwoch, dass der Angeklagte ihm persönlich seine Vermögensverhältnisse darlegt – doch der Arzt fehlte abermals. Sein Anwalt erklärte, das Einkommen seines Mandanten beziffere sich auf maximal 60.000 Euro netto im Jahr, also rund 170 Euro am Tag. Amtsrichter Siecken machte eine andere Rechnung auf, danach schätzte er das Gehalt des Arztes auf mehr als das Doppelte, zuzüglich der Einnahmen aus individuellen Gesundheitsleistungen und der Behandlung von Privatpatienten.

Diese Einnahmen dürften nicht geringfügig sein. Im Internet kritisieren ehemalige Patienten, der Mediziner würde „Diagnosen am Fließband“ stellen und den Patienten sogleich zu privaten Leistungen raten.

Amtsrichter Siecken, der am Mittwoch milde gestimmt war, kündigte erst für den nächsten Verhandlungstermin an, den Angeklagten von der Polizei vorführen lassen zu wollen.

Dem Arzt droht indes noch ein weiterer Prozess. Laut Behördensprecher Jens Buck liegt dem Amtsgericht eine Anklage wegen Vergewaltigung vor.

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