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Stadt Hannover Asbesthalde bleibt, wo sie ist
Aus der Region Stadt Hannover Asbesthalde bleibt, wo sie ist
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09:32 04.02.2014
Von Mathias Klein
Wunstorf-Luthe: Die Asbesthalde bleibt nun doch, wie sie ist. Quelle: Archiv
Hannover

Die Fraktionen von SPD und Grünen haben entsprechenden Plänen von Regionsumweltdezernent Axel Priebs zugestimmt, teilten die Fraktionsvorsitzenden Silke Gardlo und Raoul Schmidt-Lamontain gestern mit. Demnach soll die Halde abgedeckt werden, damit kein Wasser mehr eindringen kann und von den krebserregenden Fasern keine Gefahr mehr ausgeht. Anschließend ist vorgesehen, den gefährlichen Sondermüllberg zu begrünen. Mit den Arbeiten könnte noch in diesem Jahr begonnen werden.

„Wir wollen die Halde so wenig wie möglich bewegen“, sagt Grünen-Fraktionschef Schmidt-Lamontain. Es solle möglichst keine Faser in die Luft entweichen. Die Abdeckung sei die einzige Variante, die von fast allen Experten bei einer Anhörung im vergangenen Herbst unterstützt worden sei, erinnert der Umweltexperte der SPD-Regionsfraktion, Frank Straßburger. Die Grünen legen Wert darauf, dass das Grundwasser in der Umgebung der Halde nach der Sanierung weiterhin auf die Belastung mit Arsen untersucht wird.

Grundlage der Anhörung zur Zukunft der Halde war eine Untersuchung von sieben unterschiedlichen Varianten. Die Gutachter hatten eigentlich bevorzugt, die Halde an einen anderen Standort in rund 300 Meter Entfernung zu verlagern.
Das lange Hin und Her um die Halde aus sogenanntem Asbestschlamm und Asbestscherben, insgesamt 170 000 Tonnen, begann im Jahr 2008. Der benachbarte Spediteur Neukirch wollte das Gelände für eine damals geplante Expansion kaufen, für eine solche Nachnutzung sollten 3,5 Millionen Euro von EU und Land fließen.

Damals stimmte das Gewerbeaufsichtsamt dem Transport der Asbestabfälle von Luthe auf die Deponie Lahe zu. Drei Monate später erklärte das Oberlandesgericht Lüneburg den Transport des gefährlichen Materials für unzulässig.

Im Jahr 2010 fand sich eine Deponie in Brandenburg, die bereit war, den Sondermüll aufzunehmen. Sie zog ihre Zusage aber wieder zurück. Ein Jahr später sagen Deponien in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern zu, die 170 000 Tonnen einzulagern. Nachdem der Widerstand der dortigen Bevölkerung wuchs, machte aber auch dort die zuständigen Landesregierungen einen Rückzieher. Im April 2012 scheitert die von der Region beauftragte Firma dann endgültig, den Transport doch noch durchzusetzen: Das Verwaltungsgericht Schleswig sah in dem Transportverfahren einen Verstoß gegen geltendes Recht.

Die Halde war Mitte der dreißiger Jahre entstanden. Sie wurde bis 1973 durch das ehemalige Fulgurit-Werk genutzt.

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