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Stadt Hannover Im Klinikum startet der Stellenabbau
Aus der Region Stadt Hannover Im Klinikum startet der Stellenabbau
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00:15 22.12.2013
Von Mathias Klein
Stellenabbau beim Klinikum: Es könnten nach Berechnungen von ver.di bis zu 750 Mitarbeiter betroffen sein. Quelle: Archiv
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Hannover

Damit kann schon im kommenden Jahr mit dem Abbau von insgesamt 400 Vollzeitstellen begonnen werden. Nach Berechnungen der Gewerkschaft ver.di könnten davon bis zu 750 Mitarbeiter betroffen sein. Insgesamt arbeiten in den zwölf Krankenhäuser in der Landeshauptstadt und im Umland 8500 Frauen und Männer.

Die Unternehmensleitung schließt betriebsbedingte Kündigungen aus. Der Stellenabbau lässt sich nach Berechnungen der Geschäftsführung durch natürliche Fluktuation beim Pflegepersonal und bei den Ärzten bewerkstelligen. Betroffen vom Stellenabbau ist auch die Verwaltung des Klinikums, allerdings gibt es dort keine so hohe Fluktuation wie in anderen Bereichen.

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Bereits im kommenden Jahr sollen 170 Jobs wegfallen, rund 70 davon durch die Zusammenlegung des Klinikums Oststadt-Heidehaus mit dem Siloah. Der Neubau des Siloah-Krankenhauses soll Mitte kommenden Jahres den Betrieb aufnehmen, dann wird das Oststadtklinikum geschlossen.

Dennoch hat sich die Gewerkschaft ver.di mit ihren Forderungen weitgehend durchgesetzt. Beispielsweise sollen nun auch im kommenden Jahr rund 70 Auszubildende übernommen werden, genauso viele wie in den Vorjahren. Gewerkschaftssekretär Michael Aschenbach hob nach der Sitzung außerdem hervor, dass es „keinen Stellenabbau nach der Rasenmähermethode“ geben werde.

Vor der Stellenstreichung müsse es einen Plan geben, der mit den Betriebsräten und ver.di abgestimmt werden müsse. Außerdem soll über einen eigenen Tarifvertrag für das Klinikum gesprochen werden, der die Konsolidierungsphase begleiten könnte, sagte Aschenbach. Darin könne es unter anderem um eine spezielle Altersteilzeitlösung und die Übernahme von Auszubildenden gehen. „Die Konsolidierung bietet den Beschäftigten die Chance, etwas Gutes herauszuholen“, betonte er.

Zufrieden reagierte auch der medizinische Geschäftsführer, Prof. Diethelm Hansen. „Es ist wichtig, dass die Arbeitnehmer Sicherheit über ihren Arbeitsplatz haben“, sagte er. Außerdem sei der Geschäftsführung sehr daran gelegen, junge, gut motivierte Mitarbeiter zu übernehmen, meinte er zu den Auszubildenden. Insgesamt stehe das Klinikum jedoch vor schweren Aufgaben, betonte Hansen.  

Im Frühjahr hatte die Region dem Klinikum eine Finanzspritze von 75 Millionen Euro zugesagt. Bedingung dafür war ein Konsolidierungsplan. Er soll gewährleisten, dass der Klinikverbund im Jahr 2017 wieder schwarze Zahlen schreibt. Nach den neusten Berechnungen, die Hansen gestern vorstellte, wird allein für dieses Jahr ein Defizit von rund 25 Millionen Euro erwartet. Der Wirtschaftsplan für das kommende Jahr sieht ein Defizit von 19 bis 20 Millionen Euro vor.

Der Aufsichtsrat bekannte sich gestern ausdrücklich zum Erhalt aller Standorte des kommunalen Krankenhausverbunds. In einem entsprechenden Papier heißt es, es werde angestrebt, alle Standorte zu sichern. In dieser Woche hatte Regionspräsident Hauke Jagau gesagt, dass es nicht für alle Standorte eine Garantie geben könne.

Die Aufsichtsratsvorsitzende Andrea Fischer hatte im Vorfeld der gestrigen Sitzung mit ver.di verhandelt. Ziel war es gewesen, eine möglichst breite Mehrheit für den Konsolidierungsplan zu erreichen.

Die meisten arbeiten in der Pflege

Im Klinikum Region Hannover arbeiten rund 8500 Frauen und Männer. Die größte Gruppe der Beschäftigten stellt der Pflegedienst mit rund 3400 Mitarbeitern. Bei den Krankenschwestern und den Krankenpflegern ist der Anteil der Teilzeitkräfte besonders hoch. In seinen zwölf Krankenhäusern beschäftigt das Regionsklinikum mehr als 1200 Ärzte. Apothekenpersonal, Diätassistenten, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter gehören zum medizinisch-technischen Dienst des Klinikverbunds, in diesem Bereich sind etwas mehr als 1200 Frauen und Männer beschäftigt. Im sogenannten Funktionsdienst des Klinikums arbeiten etwa 1150 Mitarbeiter. Dazu gehören OP-Pfleger, Pfleger in der Ambulanz, Hebammen und Ergotherapeuten. Beim Haus- und Reinigungspersonal des Klinikums sind rund 400 Mitarbeiter beschäftigt. Zum Wirtschafts- und Versorgungsdienst, dazu gehören unter anderem Küchenkräfte und Handwerker, zählen rund 350 Frauen und Männer. Beim technischen Dienst arbeiten rund 110 Mitarbeiter, in der Verwaltung der kommunalen Klinikgruppe sind rund 630 Frauen und Männer tätig. mak

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