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Stadt Hannover Frankreich lässt es krachen – für mehr als 11.000 Besucher
Aus der Region Stadt Hannover Frankreich lässt es krachen – für mehr als 11.000 Besucher
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00:15 22.05.2019
Viele filigrane Formen prägten das Programm der französischen Pyrotechniker. Quelle: Christian Behrens
Hannover

 Was für ein Auftakt! Es ist 22 Uhr, 11.000 Menschen stehen, sitzen, lümmeln im Herrenhäuser Barockgarten, einige Tausende mehr hocken draußen an der Gracht oder verlieren sich im Georgengarten. Von Süden leuchtet der Vollmond, im Norden verglimmt das letzte Abendrot, und es ist 17 Grad warm – besser kann der Internationale Feuerwerkswettbewerb 2019 nicht in die Saison starten. Schon das Vorab-Programm mit Clown und Comiczeichner, Chansonier, Cancan und Chor kam sehr französisch daher – was natürlich kein Zufall ist, kommt doch das erste der fünf diesjährigen Feuerwerkerteams aus Frankreich. Fantasias heißt die Gruppe um Chefin Delphine Picarat. Sie hat den Wettstreit der Pyrotechniker schon einmal gewonnen, 2008, hat zweimal zweite Plätze in Hannover belegt und war auch schon bei Wettbewerben in Belgien und Frankreich erfolgreich. Die Messlatte liegt also hoch.

Das Pflichtstück steht am Anfang, vier Minuten lang, ein Auszug aus Ludwig van Beethovens Egmont Ouvertüre. Madame Picarat hüllt das Publikum, das mit Hunderten von Handy-Displays nur einen matten Abglanz des Himmelszaubers zuwege bringt, in Kaskaden von Gold und Silber. Die fünf Teile ihrer folgenden 20-minütigen Kür sind leicht unterscheidbar, Musik- und Leuchtkörperfarben extrem unterschiedlich. Beim Stück „Humans“ von Armand Amar, das so andächtig beginnt und in maschinenstampfendem Stakkato mündet, dominiert das Rot. Das tongenaue Knistern und Prasseln, das Hans Zimmers „Interstellar“ mit erstaunlicher Präzision begleitet, steht wiederum im Zeichen von Sternenregen, Fontänen und Pfeilen aus gleißendem Gold.

Ganz anders, verspielt und wuselig, sind die Spiralen und Leuchtwürmer, die „L’Age de Glace“ von John Powell untermalen. Bald gewinnen zahllose bunte Bälle die Oberhand, tausende glühender Kugeln in Rot, Grün, Blau und Gelb zerplatzen über der vieltausendköpfigen Menge. Die jungen Besucher, die auf den Schultern ihrer Väter hocken, mögen sich wie auf einem gigantischen Kindergeburtstag fühlen. Und dann, zum Schluss? Wartet Fantasias mit Maurice Ravels „Bolero“ auf. Doch hier lässt Delphine Picarat alles Taktgefühl fahren, setzt dem soghaften Anschwellen der Musik asymmetrische Licht- und Knalleffekte am laufenden Band entgegen. Das ist ein Feuern und Funkeln, dass es nur so kracht – doch ergreifender waren andere Momente, Minuten zuvor.

Der Feinstaub verfliegt

Das Publikum, summa summarum, ist hochzufrieden mit der Lichterschau. Der Beifall kommt von Herzen. Der Hauch von schlechtem Gewissen, der den einen oder anderen ob der feuerwerkstechnisch bedingten Feinstaubbelastung am frühen Abend noch umweht haben mag – er dürfte sich in Luft aufgelöst haben. „Ich hab’ vorher tatsächlich an die aktuelle Debatte um die Folgen der Silvesterknallerei gedacht“, gibt Lisa Frommhold aus Hamburg zu. „Aber so ein Feuerwerk wie hier in Herrenhausen ist schon etwas Besonderes – und halt besonders schön.“

Das „Firework do Brasil“ am 1. Juni ist bereits ausverkauft, für den italienischen Feuerzauber am 24. August sind nur noch wenige Restkarten erhältlich. Im September gehen dann die beiden letzten Shows des 29. Internationalen Feuerwerkswettbewerbs über die Bühne: Am 7. bringt Tschechien den Himmel über Herrenhausen zum Leuchten, und am 21. will eine Pyrotechniktruppe aus Japan mit ihrem Programm glänzen.

Von Michael Zgoll

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