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Stadt Hannover Autos parken neue Goseriede zu
Aus der Region Stadt Hannover Autos parken neue Goseriede zu
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00:15 02.01.2014
Hier sollte eigentlich niemand parken. Quelle: Körner
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Hannover

Autofrei sollte das Areal sein, heißt es bei der Stadt, dort seien nur Radfahrer und Fußgänger zugelassen. „Der Bordstein ist so hoch, dass die Autofahrer direkt merken müssen, dass sie nicht auf den Platz fahren dürfen“, sagt Sprecher Udo Möller. Dass die Borde aber an einigen Stellen für Rettungsfahrzeuge abgesenkt sind, scheinen viele Autofahrer als Einladung zu begreifen, ihre Wagen abzustellen. „Die Leute stellen ihre Autos ab, wo sie wollen“, sagt Oren Perez, Inhaber des Café Moca im Tiedthof: „Dadurch ist der Platz alles andere als attraktiv.“

Obwohl der Gastronom sich über die Falschparker ärgert, kann er die Autofahrer zugleich verstehen. „Es gibt in der Innenstadt viel zu wenige Parkplätze“, sagt Perez. „Irgendwo müssen die Leute ja ihren Wagen abstellen.“

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300 Knöllchen habe die Stadt seit Fertigstellung der Steinfläche im September verteilt, sagt Sprecher Möller. Kurios: Vielen Parksündern scheint ihr Fehlverhalten nicht einmal bewusst zu sein. Immer wieder ziehen die Falschparker ganz pflichtbewusst einen Parkschein. Die Ticketautomaten gehören eigentlich zu den Parkbuchten am Rand der Goseriede – die jedoch mit Ausnahme der drei Behindertenparkplätze ständig belegt sind.

Als es das gleiche Problem während der Bauphase im Sommer schon einmal gab, hatte die Stadt zunächst ein Auge zugedrückt. Ende August 2013 erlaubte die Verwaltung vorübergehend das Parken auf dem Areal, wo Fahrradboulevard und Fußgängerzone ineinander übergehen. Die Ausnahme war der Baustelle vor dem Tiedthof geschuldet. Die Zufahrt zu Grundstücken am Platz war damals nicht möglich. Diese Sonderregelung hob die Stadt aber bereits Anfang September wieder auf. Seit dem Abschluss der Arbeiten herrscht dort wieder absolutes Parkverbot.

Sechs Millionen Euro hat die Umgestaltung der Flächen rund um die Goseriede gekostet. Von dem Geld wurde der überdimensionierte Verkehrskreisel zur Kreuzung umgebaut, der Friedhofspark rund um die Ruine der Nikolaikapelle wird neu gestaltet, und das neu angelegte Steinplateau vor dem Tiedthof dient als Versammlungsplatz, geplant als Ersatz für den Klagesmarkt, wo in Kürze Gebäude errichtet werden.

Gastronom Perez hält die Umgestaltung für eine Fehlplanung. „Der Platz ist viel zu groß“, sagt er. „Man hätte lieber einen Teil davon direkt als Parkplätze anlegen sollen.“ Das war und ist aber von Seiten der Stadt nicht geplant. „Der Bereich ist ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger gedacht, daran wird sich auch nichts ändern“, sagt Udo Möller. Es sei „aber sicher sinnvoll, darüber nachzudenken, dort nachzurüsten“. Poller, die auch an den abgesenkten Stellen des Bordsteins die Einfahrt für Autos versperren, hält der Stadtsprecher für möglich. „Dafür muss man sich den Platz aber noch einmal genau anschauen und dann entscheiden.“

jki

30.12.2013
Mathias Klein 29.12.2013
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