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Stadt Hannover Rechte Gruppe hetzt Hund auf Dunkelhäutigen
Aus der Region Stadt Hannover Rechte Gruppe hetzt Hund auf Dunkelhäutigen
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12:50 12.07.2019
Der rassistische Übergriff ereignete sich nahe der McDonald’s-Filiale am Steintor. Quelle: Christian Elsner
Hannover

Drei Männer mit rechtsradikaler Gesinnung haben am Sonntag am Steintor mit einem Hund einen dunkelhäutigen Mann angegriffen. Außerdem beleidigten sie ihn mit rassistischen Parolen. Einer der Täter war mit nacktem Oberkörper unterwegs und trug für alle sichtbar ein Hakenkreuz-Tattoo am Oberarm.

Der Übergriff kam laut Polizei Hannover aus dem Nichts: Der Mann hatte zuvor einer Rettungswagenbesatzung bei einem medizinischen Notfall geholfen und Erste Hilfe geleistet. Der dunkelhäutige Mann ergriff nach der Attacke die Flucht, die Polizei sucht nun nach ihm.

Opfer half Besatzung von Rettungswagen

Der rassistische Übergriff ereignete sich gegen 18.30 Uhr in Höhe der McDonald’s-Filiale an der Georgstraße. Der unbekannte Mann habe gerade den Rettungswagen eingewiesen, als sich die drei Rechten mit dem Hund näherten.

„Im weiteren Verlauf pöbelten die Drei den Dunkelhäutigen an, und der 42 Jahre alte Tatverdächtige hetzte den Hund offenbar zielgerichtet auf den Mann“, sagt Behördensprecher Mirco Nowak. Das Tier soll dann seinem Gegenüber in den Oberschenkel gebissen haben. Nowak: „Laut Zeugenberichten hat sich der Mann danach zweimal ans Bein gegriffen.“

Ein Täter hat Hakenkreuz-Tattoo

Mithilfe von Täterbeschreibungen gelang es der Polizei wenig später, die drei Verdächtigen am Kröpcke festzunehmen. „Der 42-Jährige trat dabei gegen einen Streifenwagen“, sagt Nowak. „Ansonsten leisteten die Drei aber keinen Widerstand.“

Alle Verdächtigen stammen aus Deutschland, der Bereich Staatsschutz der Polizei hat die Ermittlungen übernommen. Laut Staatsanwaltschaft sind die drei Männer bereits mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten, unter anderem wegen Körperverletzung. Gegen den 42-Jährigen wird wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.

Sein 31-jähriger Begleiter mit dem Hakenkreuz-Tattoo muss sich wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole verantworten. Bei dem Dritten – ein 33-Jähriger – geht es ebenfalls um gefährliche Körperverletzung, weil der Hund nach seinen Angaben ihm gehört.

Täter haben rund 2 Promille Alkohol im Blut

Laut Nowak ergab der Alkoholtest sowohl bei dem 31- als auch bei dem 42-Jährigen einen Wert von rund 2 Promille. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen durften die Drei das Revier vorerst wieder verlassen. „Es lagen keine Haftgründe vor“, sagt Nowak. Zeugen berichten der HAZ, dass die drei Männer vor der Beißattacke bereits gegen 18 Uhr nahe der Sparkasse am Kröpcke untereinander in Streitigkeiten verwickelt gewesen waren.

Auch den Hund durften die Männer vorerst behalten. „Wir versuchen jetzt aber, des Tieres habhaft zu werden“, sagt der Behördensprecher weiter. Derzeit werde geklärt, um welche Rasse es sich bei dem Hund handle und ob er als gefährlich eingestuft werden muss. Dafür seien die Ermittler auch im Austausch mit dem städtischen Veterinäramt.

Opfer soll sich bei der Polizei melden

Gleichzeitig suchen die Beamten dringend nach dem Dunkelhäutigen, der Opfer des Übergriffs wurde. „Er hatte sich direkt nach der Tat in unbekannte Richtung entfernt“, sagt Nowak. Die Beamten suchen zwar seit Sonntag nach ihm, bislang allerdings erfolglos. „Wir haben auch in den Krankenhäusern nachgefragt“, sagt Nowak. „Dort ist jedoch niemand mit einer Bisswunde behandelt worden.“

Eine detailliertere Beschreibung des Mannes gibt es nicht. Der Mann wird dringend gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon (0511) 109 55 55 zu melden. Unter der Nummer nehmen die Ermittler auch weitere Zeugenhinweise zu dem Übergriff entgegen.

Polizei verstärkt Präsenz am Steintor

Die Attacke ereignete sich nur wenige Tage nach der Ankündigung der Polizei, am Steintor und Marstall wieder verstärkt Präsenz zu zeigen. Hintergrund sind die gestiegenen Drogen- und Gewalttaten in den vergangenen Jahren. Ab sofort sollen in dem Areal mehr Beamte patrouillieren, das Konzept ist vorerst auf drei Monate angelegt.

Außerdem schafft die Polizei in dem Viertel eine sogenannte Kontrollzone, die bis zum Ballhofplatz reicht. Dort können Personen ohne Anlass überprüft werden. Einen ähnlichen Bereich gibt es bereits hinter dem Hauptbahnhof rund um den Raschplatz.

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