Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Laserpointer-Attacken in Hannover: Autofahrer und Hundebesitzer sind besorgt
Aus der Region Stadt Hannover Laserpointer-Attacken in Hannover: Autofahrer und Hundebesitzer sind besorgt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:06 12.08.2019
Lars Setzepfandt und Cornelia Burghammer sind wegen der Laserpointer-Attacken an der Berliner Straße in Wettbergen besorgt. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Blendangriff mit grellem Laserlicht: Der 52-jährige Lars Setzepfandt ist auch einen Tag nach der Attacke immer noch sichtlich aufgewühlt. „Ich wurde mit meinen beiden Hunden ja nicht nur kurz angeleuchtet, sondern von dem grellen Licht auch noch förmlich bis zur nächsten Straßenecke verfolgt“, sagt der Mann aus Hannover-Wettbergen. Die Herkunft und den Ausgangspunkt des grünen Lichtstrahls habe er jedoch entlang der zusammenhängenden Mehrfamilienhäuser an der Berliner Straße nicht ganz genau zuordnen können. „Das kam aus einem der oberen Stockwerke“, sagt der 52-Jährige nur. Er hat sich fest vorgenommen: „Wenn ich rauskriege, wer das war, erstatte ich Anzeige wegen versuchter Körperverletzung. Die Augen können bei so einem Angriff schwere Schäden mitkriegen. Das ist kein Streich mehr.“

Auch Autofahrerin berichtet von Blendangriff

Der freiberufliche Fotograf und Besitzer zweier Bulldoggen ist in diesen Tagen nicht der einzige Zeuge sogenannter Laserpointer-Attacken in Wettbergen. Auf seine Warnung und seinen Aufruf zu Zeugenhinweisen haben im Internet in einer Wettbergen-Gruppe des sozialen Netzwerks Facebook mehr als 20 Mitglieder besorgt reagiert. Auch die 50-jährige Cornelia Burghammer hat den Vorfall dort kommentiert. Sie berichtet einen Tag später bei einem Treffen an der Berliner Straße – auch Burghammer geht dort regelmäßig mit ihrem Hund spazieren – von einem ähnlichen Vorfall: „An etwa derselben Stelle bin ich kürzlich als Autofahrerin auf der Höhe des Fitnesstudios von einem roten Laserpointer geblendet worden“, erzählt die Anwohnerin. Die Frau aus Wettbergen fühlte sich sehr stark geblendet, behielt aber die Kontrolle über ihr Fahrzeug. „Das war trotzdem ein heftiger Strahl“, sagt sie. Wenig später sei sie wegen anderer Beschwerden bei einem Augenarzt gewesen und habe dort dann auch von dem Laserangriff berichtet. „Der Arzt hat bei mir leichte Vernarbungen im inneren Gewebe festgestellt“, sagt die 50-Jährige.

Lars Setzepfandt und Cornelia Burghammer sind wegen der Laserpointer-Attacken an der Berliner Straße in Hannover-Wettbergen besorgt. Quelle: Ingo Rodriguez

Ebenso wie der 52-jährige Lars Setzepfandt hat aber auch Cornelia Burghammer die Attacke bislang nicht bei der Polizei gemeldet. „Ich kann ja nicht genau sagen, woher der Laserpointer kam. Dann wird gegen Unbekannt ermittelt, das verläuft doch sowieso im Sand“, sagt sie.

Das sieht die Polizei aber ganz anders: „Es ist wichtig, dass nach einer solchen Attacke Strafanzeige erstattet wird, damit dazu Ermittlungen aufgenommen werden können“, sagt Polizeisprecher André Puiu. Bislang sei der Bereich Hannover-Wettbergen als Standort vermehrter Laserpointer-Attacken zwar keineswegs bei der Polizei auffällig in Erscheinung getreten. Trotzdem warnt Puiu mögliche Täter oder Nachahmer: „Blendangriffe mit Laserstrahlen sind kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat: Attacken auf Autofahrern sind ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“, betont Puiu. Außerdem drohe bei gesundheitlichen Augenschäden möglicher Opfer eine Strafe wegen Körperverletzung. „Bei bleibenden Schäden kann es auch zur Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung kommen“, sagt der Polizeisprecher.

Viele schwere Zwischenfälle mit Laserpointern

Hundebesitzer Setzepfandt hat deshalb auch schon in einem der Mehrfamilienhäuser geklingelt und Anwohner nach Auffälligkeiten mit Laserpointern befragt. „Bislang aber Fehlanzeige“, sagt er. Im Internet wird ihm ebenfalls dazu geraten, die Polizei einzuschalten. Zwar sind Laserstifte als elektrische Zeigestöcke völlig ungefährlich und in jedem größeren Elektromarkt erhältlich. In der Vergangenheit ist es aber auch gehäuft zu lebensgefährlichen Laserattacken an Flughäfen auf Piloten und von Autobahnbrücken auf Lastwagenfahrer gekommen. Setzepfandt will weiter nach dem Wettberger Täter Ausschau halten. „Es muss dem Verantwortlichen doch zumindest deutlich gemacht werden, dass Laserlicht schwere Augenverletzungen verursachen kann“, sagt der 52-Jährige.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

Laserpointer-Attacke auf Hubschrauber: Angeklagter gesteht

Polizei identifiziert Tatverdächtigen nach Angriff mit Laserpointer

Polizei sucht jugendliches Duo

Stadtbahnfahrerin mit Laserpointer geblendet

Von Ingo Rodriguez

Am 17. August werden die Erstklässler eingeschult. Rund 4500 Lernanfänger gibt es in der Stadt Hannover. Aufgeregt sind an diesem Tag nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern. Die HAZ hat ein paar Tipps, wie der Schulstart entspannter gelingt.

12.08.2019

Die Stadt Hannover will das Radwegenetz ausbauen und schnellere Verbindungen schaffen. Als Barrieren sieht die Verwaltung dabei unter anderem Sportplätze – und will prüfen, ob die Wege auch über Sportanlagen geführt werden können. Beim Stadtsportbund regt sich heftiger Widerstand.

12.08.2019

Höhepunkt am Sonntagabend: Die Band Mia aus Berlin löst beim Publikum noch einmal enthusiastische Reaktionen aus – denn Sängerin Mieze Katz beherrscht das Geschäft. Mit ihrem bewährten Elektro-Pop, inspiriert von der Neuen Deutsche Welle, sorgt die Band zum Abschluss des Fährmannsfestes in Hannover für Stimmung.

11.08.2019