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Stadt Hannover Zwei Kinder wollen am Maschsee aufräumen
Aus der Region Stadt Hannover Zwei Kinder wollen am Maschsee aufräumen
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19:08 07.11.2019
„Hallo liebe Aha-Mitarbeiter“: Der Brief der beiden Elfjährigen an den Abfallwirtschaftsbetrieb. Sie wollen am Maschsee aufräumen. Quelle: privat/Archiv (Montage: Llorens)
Hannover

Diese Kinder wollen anpacken, statt nur zu nörgeln: Zwei elfjährige Mädchen aus der Südstadt haben sich Ende Oktober so über Unrat am Maschsee geärgert, dass sie dem Abfalldienst Aha einen Brief geschrieben haben. Die freudige Botschaft: Die Kinder würden das Seeufer aufräumen, wenn Aha ihnen Mülleimer und Greifzangen leiht. Das Problem dabei: Ida und Alina, die Autorinnen des Briefs haben vergessen, irgendwelche Kontaktdaten zu hinterlegen. Weder Telefonnummer noch Anschrift waren auf Brief oder Umschlag notiert. Aha hat über Facebook und eine Radiosendung nach ihnen gefahndet – und sie am Donnerstag gefunden. An diesem Sonnabend wird nun gemeinsam Müll gesammelt.

Aha: „Total süße Post“

„Wir freuen uns sehr über das Engagement der beiden“, sagt Aha-Sprecherin Helene Herich. Nachdem der absenderlose Brief eingegangen war, hatte sich das Unternehmen entschieden, den Vorgang öffentlich zu machen. „Total süße Post von zwei Kids“ habe man bekommen, hieß es auf der Facebookseite von Aha. Das Unternehmen würde „sie sehr gern bei ihrem Vorhaben unterstützen“ – wenn man nur wüsste, wer die beiden sind. Auch der Radiosender Antenne Niedersachsen berichtete darüber, und das hörte wiederum eine Bekannte von Sandra Plesse, der Mutter von Ida. „Ich war total überrascht, welche Wellen der Brief geschlagen hat“, sagt sie.

„Hallo liebe Aha-Mitarbeiter“: Der Brief der beiden Elfjährigen an den Abfallwirtschaftsbetrieb. Quelle: privat

Die Vorgeschichte ist nicht minder niedlich. Die beiden Mädchen hatten sich nach der Teilnahme an einer Fridays-for-Future-Kundgebung überlegt, dass man nicht nur demonstrieren dürfe, sondern auch handeln müsse. Da kam ihnen der Unrat in den Sinn, der sich gelegentlich am Maschsee-Ufer häuft. Mit den Händen wollten sie ihn aber dann doch nicht einsammeln. „Ida hat mich gefragt, ob wir einen Greifarm kaufen können, wie ihn die Müllwerker haben“, sagt Mutter Sandra Plesse. Ihre Antwort: „Och nö, muss das sein – könnt ihr nicht die Aha-Leute fragen?“ Und so nahm die Sache ihren Lauf.

Wohlerzogen im Ton

Der Brief, den die Sechstklässlerinnen dann geschrieben haben, wirkt vor allem deshalb so authentisch, weil ganz offenkundig keine Eltern Rechtschreibfehler korrigiert haben. Dass die Kinder wohlerzogen sind, spricht trotzdem aus dem Brief. „Natürlich bringen wir die Zangen und Eimer umgehend zurück“, versprechen die Schülerinnen.

Das Zurückbringen wird nicht nötig sein, weil Aha das Kinderprojekt mit Fachpersonal begleitet. „Wir helfen mit“, sagt Sprecherin Herich. Es wird wahrscheinlich auch nicht das letzte Treffen der Kinder mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb sein: Die Mädchen hatten sich bei Aha auf einen Platz beim nächsten Zukunftstag beworben. Und auch wenn die Platzvergabe erst im Dezember final vergeben wird, lässt Herich durchblicken, dass sich bei so viel Engagement wohl etwas machen lässt. Woran man sieht: Einsatz für das Gemeinwohl zahlt sich aus.

Wer am Sonnabend mitsammeln will am Maschsee: Treffpunkt ist um 10 Uhr an der Löwenbastion.

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