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Stadt Hannover Ihme-Zentrum: „Bloß kein Denkmalschutz“
Aus der Region Stadt Hannover Ihme-Zentrum: „Bloß kein Denkmalschutz“
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00:20 04.06.2015
Von Conrad von Meding
„Nicht völlig abwegig“: Soll das Ihme-Zentrum ein Denkmal sein? Quelle: Marta Krajinović
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Hannover

Die Grünen-Politikerin Elisabeth Clausen-Muradian hatte in einer Diskussionsrunde die Idee als Vision für das Jahr 2030 benannt: Menschen gehen wieder gerne in das Gebäude, dessen untere Geschosse nach einer Investorenpleite derzeit eher nach Ruinen aussehen. Nicht nur bei den Bewohnern, auch bei anderen Parteien kommt die Idee nicht sonderlich gut an. „Das Gebäude ist an den Menschen vorbei geplant, so etwas sollte man nicht unter Schutz stellen“, sagt Hannovers CDU-Chef Dirk ­Toepffer, der als Landtagsabgeordneter auch auf die Probleme verweist, die der Denkmalschutz derzeit bei der Revitalisierung des Landtag-Plenarsaals bereitet.

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Das Ihme-Zentrum steht als Großimmobilie für die Stadtentwicklung der Siebzigerjahre, und es prägt dominant das Stadtbild, womit zwei wichtige Faktoren zur Einstufung als Denkmal erfüllt wären. Stefan Winghart, Präsident im Landesdenkmalamt, hält daher die Idee, das Gebäude unter Schutz zu stellen, für „zwar nicht völlig abwegig, aber sehr kompliziert“. Bundesweit diskutierten die Denkmalpfleger, wie sie mit solchen Großobjekten umgehen sollen. „Vielleicht kommt man irgendwann zu dem Schluss, dass typische Einzelteile derartiger Gebäude unter Schutz gestellt werden“, sagt Winghart. Eine pauschale Einstufung als Denkmal könne er sich nicht vorstellen: „Bei Einzelgebäuden ist das einfacher als bei einem derartig großen Komplex mit vielen Eigentümern und Nutzungen.“

Für Geldgeber hingegen könnte Denkmalschutz interessant sein – sie würden dann bei Investitionen von fast fünffach höheren Abschreibesätzen profitieren. Die Gewerbeareale des Ihme-Zentrums sind gerade erst an eine Projektgesellschaft aus Berlin versteigert worden, die in Kürze über ihre Pläne informieren will.

„Auf keinen Fall darf Denkmalschutz dazu führen, dass die dunklen, muffigen Bereiche des Ihme-Zentrums wieder hergestellt werden“, sagt Initiativsprecher Ganskow von der Bliz. Das aber dürfte auch nicht die Intention der Grünen-Politikerin Clausen-Muradian gewesen sein. „Läden und Leute sollten sich dort wieder rundrum wohlfühlen dürfen“, hatte sie in der Diskussion gesagt.     

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