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Stadt Hannover "Das Personal im Klinikum ist zu teuer"
Aus der Region Stadt Hannover "Das Personal im Klinikum ist zu teuer"
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07:19 05.06.2015
Bernhard Zentgraf vom Bund der Steuerzahler fordert "mehr Mut bei der wirtschaftlichen Sanierung des defizitären Krankenhausverbundes". Quelle: dpa
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Hannover

Er forderte von der Geschäftsführung und von der Regionsversammlung „mehr Mut bei der wirtschaftlichen Sanierung des defizitären Krankenhausverbundes“. Anlass für die Kritik ist die Vorstellung eines vom Steuerzahlerbund beauftragten Gutachtens des Gesundheitsökonomen Dietmar Bönsch zur wirtschaftlichen Entwicklung des Klinikums.
Nach Ansicht des Klinikexperten setzt die KRH-Geschäftsführung in dem Medizinkonzept die Schwerpunkte falsch. Das Konzept sei lediglich darauf angelegt, das Klinikum mit einer Steigerung des Umsatzes wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen.

Nach Ansicht von Bönsch müssten im Klinikum vor allem die Personalkosten gesenkt werden, um das Unternehmen nachhaltig aus den roten Zahlen zu bringen. Gemessen am Umsatz erreichten die Personalaufwendungen im KRH 77 Prozent, privat geführte Häuser in ähnlicher Größenordnung kämen dagegen lediglich auf einen Anteil von 55 Prozent, berichtete er. Bönsch schlägt unter anderem vor, die Managementebenen in den einzelnen Krankenhäusern zu verkleinern, die Altersversorgung für Ärzte abzusenken, aus dem Flächentariftrag auszusteigen und nicht-medizinische Leistungen, wie zum Beispiel die Hausreinigung oder die Bettenaufbereitung, zu privatisieren.
Aber der Experte lobt auch das Medizinkonzept. Beispielsweise sei die Schließung des Standorts Springe aus Kostengründen sinnvoll, grundsätzlich sinnvoll sei auch der Neubau eines Krankenhauses im Osten der Region und die Schließung von Großburgwedel und Lehrte.

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Geschäftsführung: "Kein Sparprogramm"

Die Medizinstrategie sei kein Sparprogramm sondern die Grundlage für die Entwicklung zukunftsweisender Strukturen der medizinischen Versorgung, bei der bestmögliche Qualität der Leistungsangebote im Mittelpunkt stehe, teilte dagegen die Geschäftsführung des Klinikums gestern mit. Die wirtschaftliche Konsolidierung des KRH werde durch das 2013 aufgelegte „Konsolidierungs- und Zukunftsprogramm“ vorangetrieben, das fortlaufend weiterentwickelt wird. Mit dem umfangreichen Programm sollen die Personal- und Sachkostenkosten gesenkt und die klinischen Abläufe optimiert und effizienter gestaltet werden um 2017/2018 ein ausgeglichenes Jahresergebnis zu erreichen.
Zentgraf und Bönsch kritisierten die Regionsverwaltung und die Geschäftsführung des Klinikums wegen der fehlenden Unterstützung des Gutachtens. „Wir wollen dem Klinikum helfen“, sagte er. Es habe jedoch keine Zahlen oder detaillierten Informationen gegeben. In Bremen, wo der Steuerzahlerbund vor zwei Jahren eine ähnliche Studie vorgelegt habe, sei es einfacher gewesen. „Die Verantwortlichen dort haben mit offenen Karten gespielt“, berichtete Zentgraf.

Von Mathias Klein

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