Bundesgerichtshof bestätigt: Pädophiler Ex-Kinderarzt der MHH muss lange Haftstrafe verbüßen
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Stadt Hannover Pädophiler Ex-Kinderarzt der MHH muss lange Haftstrafe verbüßen
Aus der Region Stadt Hannover Pädophiler Ex-Kinderarzt der MHH muss lange Haftstrafe verbüßen
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14:18 02.01.2020
Muss zwölf Jahre und neun Monate mit anschließender Sicherungsverwahrung ins Gefängnis: Kinderarzt Harry S. (hier beim Prozess in Augsburg), der auch an der MHH tätig war. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Hannover

Der Bundesgerichtshof hat ein Urteil gegen einen pädophilen Kinderarzt bestätigt, der auch an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) tätig gewesen ist. Die Karlsruher Richter bestätigten den Schuldspruch des Landgerichts Augsburg von Anfang 2019. Harry S. muss wegen des Missbrauchs von 21 Jungen zwölf Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Für die Zeit danach ordneten die Richter Sicherungsverwahrung gegen den Mediziner an.

Die Polizei hatte Harry S. im Oktober 2014 in Augsburg festgenommen. Die Ermittler kamen auf die Spur des damals 39-Jährigen, nachdem er einen fünfjährigen Jungen aus dem Garbsener Stadtteil Berenbostel in sein Auto gelockt, betäubt und zu seiner Wohnung im hannoverschen Stadtteil List gebracht hatte. Dort missbrauchte er den Jungen. Anschließend ließ er ihn an der Weimarer Straße in Vahrenheide wieder frei. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Arzt bei seinen beruflichen Stationen in Augsburg und München ebenfalls Jungen missbraucht hatte.

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Vor Gericht hatte S. die Taten eingeräumt. Das erste Urteil des Augsburger Landgerichtes hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben. Im zweiten Verfahren musste die Schuldfähigkeit des Kinderarztes überprüft werden. Gegen das zweite Urteil hatten die Anwälte des Mediziners Revision eingelegt. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes ist jetzt rechtskräftig.

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Von Tobias Morchner