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Stadt Hannover Ohe-Höfe: Die etwas andere Vorstellung vom Wohnen
Aus der Region Stadt Hannover Ohe-Höfe: Die etwas andere Vorstellung vom Wohnen
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09:00 24.12.2018
Nach Vorstellung der Bauherren werden die Ohe-Höfe „urbane Lebensqualität versprühen“. Quelle: Visualisierung: Ann-Kathrin Seidel
Calenberger Neustadt

Noch fällt der Blick aus der Ohestraße auf das Ihme-Zentrum – von einem neuen Bauwerk ist noch nichts zu erkennen. Doch schon bald soll ein ganz anderes Projekt unweit des Schwarzen Bären das Viertel prägen: Die Ohe-Höfe sind kein normales Bauvorhaben. Sechs Baugruppen und hanova, die Immobilenverwaltung der Landeshauptstadt, wollen ein Quartier verwirklichen, das sich vor allem durch eines auszeichnet: die Gemeinschaft. Wohnen für Ältere, Jüngere und Menschen mit BehinderungGastronomie, eine Krippe und sogar eine eigene Imkerei stehen auf der Planungsliste.

Wohnen ohne Autos

In den nächsten zwei Jahren werden 112 Wohnungen auf fast 7000 Quadratmetern für fast 40 Millionen Euro gebaut. Die Bauherren bewerben sich als das erste Gemeinschaftsquartier für Baugruppen und das größte niedersachsenweit. In Häusern, die auf dem zuletzt als Parkplatz genutzten Gelände entstehen, soll Wohnraum für unterschiedlichste Gesellschaftsgruppen entstehen, „der urbane Lebensqualität versprüht“. Gemeinschaftsräume, Clusterwohnungen und gemeinsam gestaltete Innenhöfe sollen für den Austausch zwischen den Bewohnern sorgen. Diese wollen zum Großteil auf Autos verzichten und bauen deshalb nur 16 Stellplätze in einer Tiefgarage.

Nach Vorstellung der Bauherren werden die Ohe-Höfe „urbane Lebensqualität versprühen“. Quelle: Visualisierung Ann-Kathrin Seidel

Bislang kündigen zwar lediglich die Baugrube und einige Bagger den Fortschritt an. Dass die Beteiligten aber schon jetzt eine Gemeinschaft sind, zeigen sie beim Pressetermin. Über 20 sind gekommen, um von ihrer jeweils eigenen Idee in den Ohe-Höfen zu schwärmen. Bei der Begrüßung gibt es herzliche Umarmungen. Drei Genossenschaften werden in den Ohe-Höfen bauen – zwei wurden eigens zu diesem Zweck gegründet. „Wir schaffen vier geförderte Wohnungen in unserem Haus“, sagt Ann-Kathrin Seidel von „Alle unter einem Dach“. So könnten auch Menschen mitmachen, die normalerweise nicht Teil von Wohnprojekten sind.

Selbstbestimmtes Leben

Das Projekt Auenland will Menschen mit Assistenzbedarf ein selbstbestimmtes Wohnen ermöglichen. Acht junge Frauen und Männer ziehen in das inklusive Mehrgenerationenhaus ein – eine WG mit eigenem Pflegepersonal. „Wir kennen uns schon aus der Schule“, sagen die zukünftigen Bewohner. Sie seien froh, dass sie endlich den 300 Quadratmeter großen Platz gefunden hätten. Studenten, die in weiteren Wohnungen des Hauses leben werden, sollen bei der Betreuung mitarbeiten. Auf dem Dach wird es eine Imkerei geben – inklusives Honigschleudern also.

Alt und Jung zusammenführen

In den Projekten Wohnidee und 7plus werden ältere Menschen ein Zuhause finden. Neben einem barrierefreien Gebäude gehöre auch eine verbindliche Nachbarschaft und aktive Teilnahme an der Gemeinschaft dazu, sagt Regina Hennig von der Gruppe Wohnidee. Hanova baut zwei große Gebäude mit Mietwohnungen. „Der Mietpreis wird auf jeden Fall zweistellig sein und je nach Baukosten bei etwa 11,50 Euro liegen“, sagt hanova-Geschäftsführer Karsten Klaus. Im Gegensatz zu den anderen Wohnprojekten steht hier noch nicht fest, wer einziehen soll.

Die Gruppe Oheim baut das größte Haus direkt an der Gustav-Bratke-Allee mit großer Dachterrasse und Gemeinschaftsraum fürs Quartier. Im Erdgeschoss soll Gastronomie mit einer großen Terrasse direkt an der Ihme angesiedelt werden. Aktuell stehe aber noch nicht fest, wer reinkomme, sagt Astrid Döring von Oheim. Für die Gebäude zu den Straßenseiten gab es Auflagen von der Stadt für die Gestaltung wie eine Klinkerfassade. Die restlichen Projekte könnten mit ihrer Baugestaltung für ein buntes Quartier sorgen.

Von Sebastian Stein

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