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Stadt Hannover Hier haben die Menschen das meiste Geld
Aus der Region Stadt Hannover Hier haben die Menschen das meiste Geld
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00:29 21.01.2015
Von Michael Zgoll
Quelle: Archiv
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Hannover

Unter den zehn kaufkraftstärksten Gemeinden in Niedersachsen liegen fünf im Speckgürtel von Hamburg - doch mit Platz 1 glänzt Isernhagen. Hier wiesen die Bewohner im Jahr 2014 eine Pro-Kopf-Kaufkraft von 7005 Euro auf; der niedersachsenweite Durchschnitt liegt bei 5656 Euro. Auch Burgwedel (Platz 7, 6539 Euro) und Hemmingen (Platz 9, 6393 Euro) sind in einer aktuellen Studie der Cima-Beratungs- und Management GmbH unter den Top Ten zu finden. Mit 5966 Euro liegt die Stadt Hannover auf Platz 46 - von 418 Kommunen in Niedersachsen. „Die Tendenz der Vorjahre, dass sich die kaufkraftstärksten Gemeinden rund um die Großstädte Hamburg, Hannover und Bremen sowie im Raum Braunschweig-Wolfsburg ballen, hat sich bestätigt“, sagt Ullrich Thiemann, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen.

Die Zahlen der Cima basieren auf Daten des Statistischen Bundesamtes, das die Verbrauchsausgaben von privaten Konsumenten ermittelt; mithilfe eigener Kennziffern erstellt die Marketinggesellschaft ihre alljährlichen Rankings. Demnach liegen alle 21 Gemeinden der Region Hannover über dem niedersachsenweiten Schnitt, mit einer Ausnahme: Uetze. Mit 5554 Euro belegt die kleine Kommune an der östlichen Regionsgrenze aber immer noch Platz 185 der landesweiten Rangfolge, befindet sich damit in der vorderen Hälfte. Nach Auskunft von Cima-Beraterin Beatrix Rehwinkel zählen elf Gemeinden aus der Region Hannover zur Gewinnergruppe, in der ein überdurchschnittlich hohes Kaufkraftniveau mit der Prognose eines überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsanstiegs zusammenfällt. Dies sind neben Hannover die größeren Städte Langenhagen und Laatzen, außerdem Burgwedel, Isernhagen und Wedemark, Burgdorf und Sehnde sowie Hemmingen, Ronnenberg und Seelze.

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Im bundesweiten Vergleich der Kaufkraft liegt Niedersachsen knapp hinter Nordrhein-Westfalen auf Platz 7; die ersten fünf Plätze belegen Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein. Die besonders kaufkraftschwachen Gebiete in Niedersachsen konzentrieren sich laut der Cima-Studie auf die ländlichen Räume im Westen und Südwesten des Landes, aber auch auf den äußersten Nordosten.

Die Möglichkeiten von Gemeinden, wohlhabende Bürger anzuziehen, variieren je nach Größe und Umfeld sehr stark. Attraktive Baugebiete, interessante Veranstaltungsorte und ein reichhaltiges Sportangebot punkten hier ebenso wie gute Verkehrsanbindungen oder abwechslungsreiche Einkaufsmöglichkeiten. „Ein Händler, der ein neues Geschäft aufmacht, sollte heutzutage aber immer versuchen, sich an Marktplätzen und kleinen Zentren anzusiedeln, wo schon Leben herrscht“, meint Ullrich Thiemann. Die guten Zeiten der „Perlenschnüre“, wo sich einzelne Läden am Rand von lang gestreckten Straßen ansiedeln, seien jedenfalls vorbei.

Der Kaufkraftindex sagt noch nichts darüber aus, ob das verdiente Geld tatsächlich in der jeweiligen Gemeinde bleibt. In einer Kommune wie Isernhagen, die ein umsatzstarkes Einkaufszentrum wie Altwarmbüchen einschließt, ist dies zwar in stärkerem Maße der Fall als beispielsweise in Hemmingen. Über die Raumordnungsprogramme werden aber immer wieder Konflikte zwischen einem Magneten wie der Stadt Hannover und Umlandstädten wie Garbsen ausgetragen, die gern neue Einkaufsmöglichkeiten in großem Stil auf der sprichwörtlichen „grünen Wiese“ schaffen wollen.

Dabei steht Hannover mit Blick auf die Sogwirkung seiner Geschäfte im bundesweiten Vergleich sehr gut da. „Bei der Zentralitätskennziffer liegt die Innenstadt von Hannover auf Platz 2, knapp hinter Nürnberg“, weiß Martin Prenzler, Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Hannover. Das heißt, dass knapp 40 Prozent der Kunden, die in der Innenstadt einkaufen, nicht aus dem Stadtgebiet kommen - eine Folge der Tatsache, dass es in einem größeren Radius rund um die Landeshauptstadt kein vergleichbares Oberzentrum gibt. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass Hannover aus den umliegenden Gemeinden erhebliche Kaufkraft abzieht - aus Burgwedel ebenso wie aus Uetze.

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