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Stadt Hannover MHH sucht Studenten für die Intensivstationen
Aus der Region Stadt Hannover

Coronavirus: MMH sucht als Aushilfen Studenten für Intensivstationen

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10:00 26.11.2020
In die MHH werden schwere Corona-Fälle aus ganz Niedersachsen zur Behandlung gebracht. Quelle: Karin Kaiser/MHH
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Hannover

Der starke Anstieg der Ansteckungen mit dem Coronavirus in den vergangenen Wochen verschärft die Lage auf den Intensivstationen in den Krankenhäusern in und um Hannover. Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) sucht jetzt Medizinstudentinnen und Medizinstudenten, die im Pflegebereich auf den Intensivstationen der Uni-Klinik aushelfen sollen.

In einer auf der Facebook-Seite der MHH verbreiteten Stellenanzeige werden die Studentinnen und Studenten zur Unterstützung der Patienten und zur Unterstützung des pflegerischen und ärztlichen Personals gesucht. „Im Frühjahr 2020 ist es durch Ihre hervorragende Unterstützung gelungen, die Versorgungssituation der Patienten im Zusammenhang mit Covid 19 zu meistern“, heißt es in der Stellenausschreibung. „Mit Ihrer Unterstützung schaffen wir das erneut!“ Die Studenten werden für ihre Arbeit nach dem Tarif für Pflegekräfte bezahlt.

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Lob vom Asta

Die Betreuung von Covid-19-Patienten sei deutlich aufwendiger und anstrengender als die Betreuung anderer Patienten, sagt MHH-Pressesprecherin Simone Corpus zu der Suche nach Studentinnen und Studenten. Als Beispiele dafür nennt sie die Arbeit unter Schutzausrüstung und das Umkleiden beim Verlassen und Betreten des Zimmers. Deshalb sei zusätzliches Hilfspersonal nötig. „Auf diese Weise kann der normale Betrieb und insbesondere der Notfallbetrieb aufrecht erhalten werden“, sagt Corpus. Zahlen zur noch vorhandenen Kapazität auf den Intensivstationen der MHH nannte sie nicht. Derzeit könne die MHH den „normalen Krankenhausbetrieb mit gewissen Einschränkungen garantieren“.

Die Studierendenvertretung an der MHH steht der ganzen Angelegenheit positiv gegenüber, sagte der Vorsitzende des Asta, Lennart Simon. „Wir haben schon im Frühjahr sehr gute Erfahrungen gemacht“, berichtet er. Die zeitweise Beschäftigung von Medizinistudentinnen und Medizinstudenten dürfe allerdings nicht zur langfristigen Alternative für die Anstellung von mehr Pflegekräften werden, betont er. Simon selbst hatte im Frühjahr zwei Monate auf einer Intensivstation der MHH mitgearbeitet. „Ich habe praktische Erfahrungen gesammelt, die ich sonst noch nicht machen konnte“, berichtet er heute. Allerdings sei es lediglich um eine Unterstützung der Pflegekräfte gegangen.

Regionsklinikum hat Liste mit Freiwilligen

In den Diakovere-Kliniken gebe es keine Engpässe bei der Intensivpflege, auch nicht durch den bundesweiten Personalmangel in diesem Bereich, sagt Sprecherin Maren Salberg. „Durch gute Planung und interne Organisation zwischen den Häusern ist die reguläre Versorgung unserer Patienten derzeit nicht eingeschränkt“, berichtet sie.

Auch in den Krankenhäusern des Regionsklinikums sei die Patientenversorgung gewährleistet, sagt Sprecher Steffen Ellerhoff. Das werde nach Einschätzung des Klinikums auch so bleiben, wenn sich die derzeitige Situation weiter fortsetze. Allerdings hofft das Regionsklinikum auf eine möglichst baldige Verordnung aus dem Landesgesundheitsministerium, die nicht dringend notwendige Operationen vorerst einschränken würde. „Mit einer solchen Rahmenregelung würde sich die Situation des ohnehin vorhandenen Fachkräftemangels entspannen, da die frei werdenden Beschäftigten dann beispielsweise für die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Coronainfektion zur Verfügung stünden“, sagt Ellerhoff. Beim Klinikum gebe es unter anderem seit dem Frühjahr ein Register mit Freiwilligen. Diese hätten Erfahrungen im intensivmedizinischen Bereich, arbeiteten derzeit jedoch nicht in diesem Gebiet, sie könnten im Bedarfsfall aktiviert werden, berichtet der Sprecher.

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Von Mathias Klein