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Stadt Hannover So organisieren Studenten in Hannover Nachbarschaftshilfe
Aus der Region Stadt Hannover So organisieren Studenten in Hannover Nachbarschaftshilfe
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18:50 23.03.2020
Student Jonas Negenborn gehört zu den Organisatoren der Initiative „Solidarität statt Hamsterkäufe“. Quelle: Negenborn
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Hannover

Eigentlich müsste Jonas Negenborn sich gerade im Praktikum um Jugendliche in einer Schule kümmern. Das fällt durch die Corona-Krise aus und der Sozialpädagogik-Student an der Leibniz-Uni macht nun das Beste daraus. Seit Mitte März organisiert er mit Freunden im Netzwerk „Solidarität statt Hamsterkäufe“ Hilfe für Menschen, die wegen der Corona-Epidemie zu Hause bleiben müssen.

Bisher ist der Bedarf zum Glück noch gering – oft übernehmen Familie und Freunde Botendienste. „Wir wollen aber gut vorbereitet sein, wenn hier mehr Menschen Hilfe brauchen und andere wegen Krankheit als Helfer ausfallen“, erklärt der 26-Jährige. Und nach guter Vorbereitung sieht es aus: Seit Start Mitte März haben sich rund 3.500 Helfer beim Netzwerk „Solidarität statt Hamsterkäufe“gemeldet. Rund 30 Menschen nehmen bisher Hilfe in Anspruch. „Natürlich sind das vor allem ältere Leute oder Menschen mit Vorerkrankungen. Einige nehmen Medikamente, die ihr Immunsystem einschränken“, berichtet Negenborn. Meist können sie jetzt nicht selbst einkaufen gehen oder ihren Hund ausführen.

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Freiwillige in allen Stadtteilen

Die ersten Helfer – oft Studenten – hatten sich in Linden und der Nordstadt gefunden. Inzwischen stehen im ganzen Stadtgebiet Ehrenamtliche parat. Denn die Helfer sollen möglichst im gleichen Stadtteil wohnen. Mit Flugblättern und Plakaten in etlichen Sprachen macht die Initiative sich deshalb in den Vierteln bekannt, gerade auch, weil manche Senioren noch nicht in Netzwerken im Internet unterwegs sind. Die Initiative stellt jeweils zwischen einem Helfer und einem Hilfsbedürftigen den Kontakt her. „Eine Person kümmert sich längerfristig um eine andere. Damit wollen wir der Gefahr begegnen, dass doch eine Infektion weiter getragen wird.“ Bei der Übergabe müssen beide Abstandsregeln strikt einhalten.

Das Netzwerk „Solidarität statt Hamsterkäufe“ ist unter Telefon (0152) 57878124 erreichbar, über Mail unter solistatthamster@gmail oder über www.solistatthamster.org auf ihrer Website.

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Von Bärbel Hilbig