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Stadt Hannover Das Frauenhaus wird barrierefrei
Aus der Region Stadt Hannover Das Frauenhaus wird barrierefrei
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00:24 17.01.2015
Zufrieden im Neubau: Afsaneh Zandi und Silke Dietrich vom Frauenhaus. Quelle: Thomas
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Hannover

Vom kommenden Montag an können die Räume bezogen werden. „Wir sind froh, endlich auch Frauen oder ihre Kinder mit Rollstühlen aufnehmen zu können“, sagt Sozialpädagogin Silke Dietrich. „Wir hatten immer wieder Anfragen, mussten die Betroffenen aber abweisen.“ Barrierefrei ausgestattete Frauenhäuser in Niedersachsen gab es bisher nur in Verden und Braunschweig.

Der „Gartenhaus“ genannte Neubau verfügt über drei Zimmer mit sechs Plätzen, die jeweils mit einem höhenverstellbaren Pflegebett und einem weiteren Bett ausgestattet sind. „Diese Räume sind so flexibel gestaltet, dass darin auch zwei Kinder Platz finden“, sagt Dietrich. Hinzu kommen ein großes barrierefreies Bad für alle und eine behindertengerechte Küche. Sie ist so konzipiert, dass Schränke, Herd, Kühlschrank und Geschirrspülmaschine auch vom Rollstuhl aus erreichbar sind – wie sämtliche Fenstergriffe im Haus ebenfalls.

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Bauarbeiten dauerten ein Jahr

Ein knappes Jahr lang dauerten die Bauarbeiten, Bauherr und Vermieter ist die Wohnungsbaugesellschaft Gundlach, die den barrierefreien Flachbau im Garten des Frauenhauses errichtet hat. Die Ausstattung der Räume einschließlich der Küche hat der Förderverein der Institution übernommen. Durch den Anbau hat sich die Zahl der Plätze des Hauses insgesamt zwar nicht erhöht – sie bleibt bei 36 –, dafür haben die Bewohnerinnen und ihre Kinder jetzt etwas mehr Platz.

Im bisherigen Altbau der Schutzeinrichtung gibt es drei Wohnungen mit jeweils zwölf Plätzen, zu jeder Wohnung gehören ein gemeinsames Bad und eine Küche. Rund 150 Frauen sowie 50 bis 60 Kinder finden im Frauenhaus Hannover jährlich Zuflucht vor häuslicher Gewalt; knapp die Hälfte hat einen Migrationshintergrund. Die Einrichtung wird von Land, Stadt und Region Hannover finanziert. „Wir sind stark ausgelastet, was auch mit der Lage auf dem Wohnungsmarkt zusammenhängt“, berichtet Afsaneh Zandi, eine von sechs Mitarbeiterinnen. „Die Verweildauer der Frauen nimmt zu, weil es immer schwieriger wird, Wohnungen zu finden.“

In diesem Jahr sollen noch weitere Anstrengungen unternommen werden, um auch blinden, sehbehinderten und gehörlosen Frauen besser helfen zu können. So steht bereits jetzt eine Gebärdendolmetscherin im Bedarfsfall zur Verfügung. Außerdem sollen Hilfsmittel wie Spezialtelefone angeschafft werden. Auch Leitstreifen sollen verlegt werden, um Sehbehinderten die Orientierung im Alt- wie im Neubau zu erleichtern. Ein Flyer in Leichter Sprache ist ebenfalls geplant. Bereits jetzt informieren Faltblätter in mehr als zehn Sprachen über die Arbeit des Frauenhauses und die Möglichkeit, dort ein neues Leben ohne Gewalt zu beginnen – unabhängig von der Nationalität und dem Aufenthaltsstatus. „Inklusion ist für uns ein großes Thema“, sagt Silke Dietrich. Denn das Problem vieler von Gewalt betroffener behinderter Frauen, das belege eine aktuelle Studie, sei der schwierige Zugang zu Beratungsstellen und Frauenhäusern.

Rüdiger Meise 15.01.2015
Bernd Haase 17.01.2015
17.01.2015