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Stadt Hannover Das ist die neue Schau in der Kunsthalle Faust
Aus der Region Stadt Hannover Das ist die neue Schau in der Kunsthalle Faust
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00:17 12.05.2017
Von Daniel Alexander Schacht
Eine eigene Welt: „Plant Ihmezentrum“ von Hanno Kübler.
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Hannover

Das Mädchen fängt mit seinem Nachthemd die vom Himmel regnenden Sterntaler ein. Ganz so, wie man es aus dem Grimmschen Märchen kennt. Und doch ganz anders. Denn zwar regnen Sterne bei Jochen Busses Kunstinstallation „Sterntaler“ sogar auf den Boden um das Konterfei des Mädchens herum, zwar ist es in Gold gerahmt - aber das Bild selbst besteht nur aus zusammengesetzten Schwarzweißkopien einer alten Vorlage. Es ist also das zwar recht ähnliche, doch auch ziemlich kunstlose Abbild einer Originalvorlage.

Genau deshalb ist die Arbeit des Leipziger Künstlers ein passender Startpunkt zur Ausstellung „Simulacri“ in der Kunsthalle Faust. Denn das lateinische Wort Simulacrum steht ja für das Abbild, die näherungsweise Nachbildung eines ursprünglichen Eindrucks von Kunst oder Leben.

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Solche Eindrücke versammelt diese Ausstellung von insgesamt zehn Künstlern. Sei es, dass der hannoversche Künstler Helmut Hennig in einem Video die Installation seiner „Air Brush Cleaners“ simuliert. Dass der Leipziger Marek Brandt in einem Triptychon quasireligiösen Umgang mit Verkündungsmedien inszeniert. Oder der Hannoveraner Hanno Kübler Fotos des Hamburger Hafens collagiert.

Künstlerische Kooperation

Die Herkunft der Künstler aus Hannover und Leipzig zeugt übrigens von einer neuen Kooperation, die Kunsthallen-Chef Harro Schmidt zwischen den Partnerstädten initiiert hat. Auf die Präsentation von Leipziger Künstlern in Hannover soll 2018 eine Kunstschau mit hannoverschen Künstlern in Leipzig folgen. Und eine ähnliche Kooperation ist mit Künstlern aus München geplant.

Eine durchaus überregionale Kunstschau also - mit zugleich lokalen Perspektiven: „Planet Ihmezentrum“ heißt beispielsweise eine Collage Küblers, auf der man unschwer das Ihmezentrum als eigene Welt erkennt.

„Simulacri“: Bis 28. Mai, Kunsthalle Faust, Zur Bettfedernfabrik 3.