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Stadt Hannover Datenleck bei Fahrradverleih Obike
Aus der Region Stadt Hannover Datenleck bei Fahrradverleih Obike
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00:17 03.12.2017
Obike-Räder vor dem Rathaus in Hannover. Quelle: Tim Schaarschmidt
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Hannover

 Obike hat in Hannover Mitte November 500 Leihfahrräder aus chinesischer Massenproduktion auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet abgestellt. Das Verleihsystem funktioniert nach dem sogenannten Free-Floating, also ohne feste Stellplätze. Nutzer wie auch die Firma orten die Räder über eine App.

Journalisten des Bayerischen Rundfunks waren auf das Datenleck gestoßen. Nach Angaben von Obike bestand es etwa eine Woche lang und sei seit vergangenem Montag gestopft. Damit waren auch Nutzer in Hannover betroffen. Wie viele es sind und wie viele sich überhaupt bei Obike registrieren ließen, teilt das Unternehmen nicht mit.

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Generell, sagt Deutschland-Geschäftsführer Marco Piu, habe das Datenleck nur auf weniger als 100 Personen im Bundesgebiet Auswirkungen gehabt. „Die Sicherheitslücke war auf eine App-Funktion beschränkt, die es Kunden ermöglicht, ihre Fahrten in sozialen Netzwerken zu teilen“, erklärt er. Diese werde aber kaum genutzt.

Datenschutz und Politik sind argwöhnisch

Obike ist in Deutschland außer in Hannover auch in München, Berlin und Frankfurt aktiv. Datenschützer vermuten schon seit längerem, dass der Fahrradverleih nicht das eigentliche Geschäftsfeld der Asiaten ist, sondern das Sammeln und Auswerten der Nutzerdaten, um diese zu verkaufen. Das hat Obike stets zurückgewiesen. „Wir geben keine Daten an Dritte weiter“, sagt Piu.

Hannovers Politiker hatten den Start von Obike argwöhnisch beäugt, und befürchtet, dass Fahrradschrottplätze entstehen. Felix Blaschzyk (CDU) und Elisabeth Clausen-Muradian (Grüne) fordern seit längerem ein stadteigenes Verleihsystem. Bisher sind entsprechende Versuche der Verwaltung gescheitert. Diese Lücke hat Obike genutzt.

Die Absprachen des Unternehmens mit der Stadt sehen vor, das Obike-Räder in bestimmten Bereichen wie Maschpark, Marktplatz oder Bahnhofstraße nicht abgestellt werden dürfen. „Bisher haben wir nur vereinzelt Hinweise auf Verstöße bekommen“, sagt Rathaussprecherin Michaela Steigerwald. Das Unternehmen verlangt nach eigenen Angaben Strafen von Nutzern, die Räder in verbotenen Zonen abstellen. Diese sind über die App für jeden einsehbar und deutlich markiert.

Von Bernd Haase

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