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Stadt Hannover Demonstration gegen umstrittenes Fracking
Aus der Region Stadt Hannover Demonstration gegen umstrittenes Fracking
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16:33 14.07.2016
Demonstranten vor der BVEG-Zentrale an der Berliner Allee in Hannover. Quelle: dpa
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Hannover

Mit Blick auf den geplanten Fracking-Neustart in Niedersachsen haben Gegner der umstrittenen Fördermethode breite Proteste angekündigt. Am Donnerstag überreichten rund 50 Demonstranten in Hannover eine Petition mit mehr als 27.000 Unterschriften an den Geschäftsführer des Bundesverbandes Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG), Christoph Löwer. Zu Fracking gibt es sehr kontroverse Meinungen.

"Fracking tötet", war auf Plakaten der Demonstranten zu lesen. Durch Fracking gelängen etwa giftige Chemikalien in den Boden, in Fracking-Regionen gebe es eine Häufung von Krebsfällen. Die Fördermethode schade dem Klima, der Umwelt und der Gesundheit, sagte Linda Neddermann von der Bürgerbewegung Campact. Fracking-Gegnerin Birgit Brennecke sagte: "Wir Bürger bereiten uns jetzt auf den Tag X vor - den Tag der ersten Fracking-Bohrung." Sie fügte hinzu: "Wenn die Gas-Konzerne tatsächlich das Moratorium beenden, sollten sie sich auf starke Proteste einstellen."

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Bisher zwei Fracking-Projekte in Niedersachsen

BVEG-Geschäftsführer Löwer betonte, die Branche trage die schärferen Umweltauflagen mit. Es könne wegen der aufwendigen Studien zur Umweltverträglichkeit dauern, bis neue Anträge gestellt werden. Derzeit sind zwei Fracking-Vorhaben bekannt: ExxonMobil will in der Bohrung Bötersen Z 11 im Landkreis Rotenburg fracken, Wintershall im Projekt Düste Z10 bei Barnstorf (Landkreis Diepholz).

Löwer versprach den Gegnern der Technik einen konstruktiven Dialog, warnte aber vor "Angstmacherei". Er sagte, Deutschland werde noch lange Zeit auf Erdgas angewiesen sein. Löwer versprach den Fracking-Gegnern einen konstruktiven Dialog, warnte aber vor "Angstmacherei". Fracking sei nicht gesundheitsgefährdend.

Die Erdgasbranche will nach fünf Jahren Stillstand angesichts neuer gesetzlicher Regelungen das Fracking wieder aufnehmen. Sie hatte fünf Jahre nicht mehr gefrackt, weil sie auf neue gesetzliche Regelungen gewartet hatte. Diese sind nun auf den Weg gebracht worden. Der Bundesrat hatte am vergangenen Freitag den Fracking-Kompromiss der großen Koalition mitgetragen. Demnach bleibt konventionelles Fracking in Sandstein wie in Niedersachsen erlaubt, wenn auch unter schärferen Auflagen. Fracking in Sandstein, sogenanntes konventionelles Fracking, gibt es in Deutschland seit den 1960er Jahren. Unkonventionelles Fracking in anderen Gesteinsarten, etwa zur Förderung von Schiefergas, bleibt dagegen verboten. Beim unkonventionellen Fracking wird Gas aus tiefen Gesteinsschichten durch Einpressen von Flüssigkeiten gefördert. 

Ministerpräsident Stephan Weil verteidigt Fracking

Auch Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die umstrittene Erdgas-Fördermethode Fracking verteidigt. Niedersachsen sei das Bundesland mit den größten Erdöl- und Erdgas-Vorkommen, sagte Weil der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. "Das ist für uns eine wichtige Industrie mit vielen Tausend Arbeitsplätzen."

Aus Niedersachsen stammt 95 Prozent der deutschen Gasförderung, rund 16 000 Menschen sind nach Branchenangaben direkt oder indirekt in der Erdgas- und Erdölförderung beschäftigt. Ministerpräsident Weil sagte, bis zum vergangenen Freitag habe es für konventionelles Fracking so gut wie keine Hürden gegeben. Dies sei nun maßgeblich geändert worden. "Es sind jetzt durchaus ambitionierte Prüfverfahren vorgesehen, insbesondere in wasserrechtlicher Hinsicht, aber auch Umweltverträglichkeitsprüfungen. Unter diesen Bedingungen halte ich insbesondere das konventionelle Fracking für vertretbar, denn alle diejenigen Projekte, die genehmigt werden, werden zuvor auf Herz und Nieren geprüft worden sein."

Was ist eigentlich Fracking? Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen.

dpa

Juliane Kaune 14.07.2016
Uwe Janssen 16.07.2016