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Stadt Hannover Die Plage mit den Strohfeuern
Aus der Region Stadt Hannover Die Plage mit den Strohfeuern
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06:15 20.08.2012
Von Bernd Haase
100 Strohballen gehen in Lathwehren in Flammen auf. Quelle: CAP
Hannover

In Isernhagen heulten die Sirenen am späten Donnerstagabend, in Seelze einige Stunden später, in Lehrte hatten sie es schon am Abend zuvor getan. Der Grund für den Alarm war immer derselbe: Strohballen brannten, die Flammen schossen meterhoch in den dunklen Himmel. In Isernhagen vermutet die Polizei Brandstiftung als Ursache, in Lehrte und Seelze schließt sie sie zumindest nicht aus.

Zwischen den Lehrter Ortsteilen Aligse und Röddensen hatten auf einer Wiese 40 Strohballen gebrannt, bei Seelze-Lathweren 100. Die Qualmwolken dieses Feuers zogen bis an den Deisterrand, die Kreisstraße musste komplett gesperrt werden. „Wir waren elf Stunden im Dauereinsatz“, sagt Seelzes Stadtbrandmeister Jürgen Rosummek. Noch von anderem Kaliber war das Feuer in Isernhagen. Hier brannte es nicht auf freiem Feld, sondern auf dem Gelände eines Reiterhofes. Dort hatte ein Unbekannter 80 Ballen angezündet, die in der Nähe der Stallungen gelagert waren. Ein Anwohner meldete das Feuer gegen 22.40 Uhr; die Einsatzkräfte konnten in letzter Minute Schlimmeres verhindern, indem sie die aufgeregten Tiere aus dem Stall auf eine Weide führten. Pferde und Menschen kamen nicht zu Schaden.

Der betroffene Landwirt in Lehrte, Arnold Salzer, ist sich sicher, dass das Feuer gelegt worden ist - „erst eineinhalb Wochen vorher hat jemand in der Nähe ein Holzlager angezündet“, sagt er. In Isernhagen hält ein Feuerteufel seit Jahren die Menschen in Atem. Immer wieder sind Schuppen, Scheunen oder eben Strohballen in Flammen aufgegangen. Auch an anderen Ecken der Region hat immer wieder Stroh gebrannt. Über die Zahl der Fälle kann die Polizei allerdings keine genaue Auskunft geben. „Wir führen Strohbrände nicht gesondert in der Statistik. Außerdem wissen wir oft nicht, ob es sich um vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung oder um Selbstentzündung handelt“, sagt Sprecher Thorsten Schiewe.

In jedem Fall ist der Schaden für die Landwirte immens. „Stroh ist rar geworden, es erzielt mittlerweile hohe Marktpreise und wird auf Internetplattformen gehandelt“, erläutert Carl Dohme, Geschäftsführer des Landvolk-Kreisverbandes Hannover. Im Schweine- und Geflügelgürtel im Westen Niedersachsens wird fast nur noch Mais als Futtermittel für die Tiere angebaut, der kein Stroh liefert. „Die Halter brauchen es aber für die Ställe und kaufen es in der Region Hannover“, sagt Dohme. Eine Tonne, also vier große Ballen, kosten nach Angaben des Geschäftsführers jetzt zur Getreideernte 140 Euro. Je länger das Jahr fortschreitet, desto höher wird der Preis.

Wenn dann überhaupt noch Stroh vorhanden ist. Mittlerweile müssen sich Tierhalter ihre Ration für den Winter frühzeitig sichern. Kommt es etwa wegen der Brände zu Ausfällen, kann es sein, dass kein Ersatz mehr zu beschaffen ist. Landwirt Salzer aus Lehrte hat deshalb für Hinweise auf den Brandstifter eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro aus eigener Schatulle ausgesetzt.

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