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Stadt Hannover „Lüttje Lage“: Glücklich in der Bahn
Aus der Region Stadt Hannover „Lüttje Lage“: Glücklich in der Bahn
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13:58 08.09.2019
Bert Strebe Quelle: HAZ

Ja, ich hacke ab und zu auf der Bahn rum. Sie liefert einem aber auch einfach zu viele Anlässe: Sitze im neuen ICE, auf denen man Schwielen am Allerwertesten bekommt, Schaffner, die kneifen, wenn der Zug voller grölender Fußballfans ist, und immer diese lustige Begründung für Verspätungen: „Störungen im Betriebsablauf.“ Klar. Geplant haben sie sie ja hoffentlich nicht.

Aber jetzt muss ich mal eine Lanze für die Bahn brechen. Neulich stand ich in Emden auf dem Bahnsteig und wartete auf den IC von Norddeich-Mole über Hannover nach Leipzig. Die Computerstimme kündigte an: „Auf Gleis 5 fährt ein ...“ Aber es fuhr kein Zug ein. Leute spähten die Gleise entlang und studierten die Anzeigetafeln. Schließlich knackte es im Lautsprecher, und ein Bahnbediensteter sagte: „Auf Gleis 5 fährt jetzt aber langsam mal der IC 2435 ein.“ Grinsende Gesichter überall. Und dann erzählte der Mann noch von der außerplanmäßigen umgekehrten Zugreihenfolge, die 1. Klasse halte in Abschnitt B. Pause. „Glaube ich.“

Der ganze Bahnsteig lachte. Und dann fuhr der Zug tatsächlich ein, und irgendwie war die Stimmung plötzlich gut. Nach der Abfahrt ließ sich die Zugchefin mit dem Hinweis vernehmen, leider habe die Software versagt, die Reservierungshinweise fehlten. Man solle sich bitte einigen, flötete sie. Niemand hatte auch nur die Chance, sich aufzuregen. Ungefähr in Höhe Delmenhorst teilte die Dame mit, in einigen Waggons werde jetzt als Zugziel Cottbus angegeben, aber das sei natürlich völlig falsch, es sei wieder nur die Software. „Die spielt uns einfach noch einen Streich heute“. Dann lachte sie.

Als ich in Hannover ausstieg, herrschte gute Laune im Abteil. Ich habe sogar überlegt, ob ich einfach weiterfahre. Wahrscheinlich haben die Leute spätestens ab Helmstedt die Korken knallen lassen.

Es ist so einfach, Menschen glücklich zu machen.

Von Bert Strebe

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