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Stadt Hannover Das Waschbecken als Sicherheitsrisiko – Schüler sollen Wasserspray nutzen
Aus der Region Stadt Hannover Das Waschbecken als Sicherheitsrisiko – Schüler sollen Wasserspray nutzen
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00:19 25.02.2019
Aus Hannovers Klassenräumen sollen nach und nach die Waschbecken verschwinden. Quelle: Villegas
Hannover

Wenn die interaktive Tafel kommt, muss das Waschbecken im Klassenraum weg: Nach Ansicht der Stadt wächst durch die Umstellung der Tafeln von Kreide auf Whiteboard die Gefahr der Verkeimung nicht benutzten Wassers in den Anschlüssen. Waschtische in Klassenräumen wiesen in der Regel nur sehr geringe Wasserverbräuche auf, argumentiert die Verwaltung. Mit Whiteboards würde der Wasserverbrauch noch weiter sinken, denn eine elektronische Tafel müsse nicht täglich nass gewischt werden. Wasser sollte nicht länger als 72 Stunden in der Leitung stehen, sonst drohe die Verkeimung. Automatische Spüleinrichtungen seien keine Alternative. Sie stellten zwar einen regelmäßigen Durchlauf sicher, würden aber andere Gefahren bergen: So bestehe bei mutwilliger Verstopfung des Abflusses die Gefahr von Überflutungen. An zwei Schulen mit automatischer Spüleinrichtung seien in jüngster Zeit trotzdem Verkeimungen aufgetreten.

Sicherheitsrisiko Waschbecken im Klassenzimmer

Waschbecken in Klassenräumen an weiterführenden Schulen seien zudem noch ein Sicherheitsrisiko, findet die Stadt. In den Klassen sei nicht permanent eine Aufsicht gewährleistet. Bei „Wasserschlachten“ könnten Kinder ausrutschen und sich verletzen. An den Grundschulen sollen die Waschbecken dagegen erhalten bleiben. Aus schulfachlicher Sicht sei der Wunsch nach Waschbecken im Klassenzimmer auch ab Klasse 5 nachvollziehbar, schreibt die Stadt, aber Hygiene- und Sicherheitsaspekte sprächen dagegen.

Ein Waschbecken kostet 4000 Euro

Außerdem koste ein Waschtisch bei Neubauten jeweils mindestens 4000 Euro, bei Nachrüstung von fehlenden Leitungen seien sogar mit 10.000 Euro zu rechnen, teilt die Stat mit. Hinzu kämen jährliche Wartungskosten von jeweils 150 bis 200 Euro und ein nicht abzuschätzender Aufwand für Reinigung und Spülvorgänge.

Eltern: Auch Whiteboards müssen nass abgewischt werden

Elternvertreter im Schulausschuss der Stadt reagieren mit Unverständnis. Es sei nicht nur unschädlich, interaktive Tafeln nass zu reinigen, es sei sogar vom Hersteller geboten, sagte Ralf Popp. Nur wenn das Whiteboard mit einem feuchten Mikrofasertuch gereinigt werde, ließen sich die Farbreste des Markers vollständig entfernen. Sprays oder Sprühflaschen seien eine Alternative. Die Elternvertreter fordern, dass die Stadt bei Umbauten in Schulen in allen Klassen- und Fachräumen Waschbecken einbaut, auch wenn sich dort Whiteboards befinden. Waschbecken seien auch sinnvoll, um die Ausbreitung von Grippe oder ansteckenden Seuchen in Schulen zu vermeiden. In heißen Sommern wie 2018 seien Waschbecken zudem eine kostengünstige Alternative, um sich zu erfrischen.

Im Schulausschuss einstimmig verabschiedet, jetzt einkassiert

Im Herbst hatten die Elternvertreter den Schulausschuss überzeugen können, ihr Antrag wurde einstimmig verabschiedet. Im Ausschuss für Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Liegenschaftsangelegenheiten wurde er jetzt wieder kassiert. Die Politiker schlossen sich der Argumentation der Stadt an. Am nächsten Donnerstag entscheidet nun der Rat. Die Elternvertreter zeigten sich verärgert darüber, dass dem Votum des Schulausschusses so wenig Gewicht beigemessen wurde. Immerhin gehörten dem Schulausschuss wie dem Jugendhilfeausschuss nicht nur Politiker, sondern auch andere Experten, nämlich Eltern-, Schüler- und Lehrervertreter an, sagte Popp.

Silvia Klingenburg-Pülm (Grüne) sicherte zu, sich dem Thema noch mal anzunehmen. So richtig könne sie sich nicht erklären, warum ihre Fraktionskollegen die Waschbecken im Klassenraum abgelehnt hätten, sagte sie.

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