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Stadt Hannover Ein neuer Hubschrauber für die Polizei
Aus der Region Stadt Hannover Ein neuer Hubschrauber für die Polizei
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00:15 23.08.2015
Von Jörn Kießler
Quelle: Jörn Kießler
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Langenhagen

Für den Termin am Flughafen in Langenhagen hatte nahezu die komplette Führungsriege der niedersächsischen Polizei ihre schicksten Ausgehuniformen angezogen. Mehrere Mitglieder des Landtags hatten sich in Schale geworfen, der Caterer ein Büfett mit Leckereien aufgebaut und sogar der Flughafen offenbar das gelb-schwarze Follow-me-Auto polieren lassen. Nur Innenminister Boris Pistorius (SPD) fiel ohne Krawatte aus dem modischen Rahmen. „Ich habe mir bei einem Fahrradunfall den Arm verletzt und kann mir deshalb keine Krawatte binden“, sagte er zu seiner Entschuldigung. „Ich hätte mich gern passender gekleidet, denn heute ist ein guter Tag für Niedersachsen.“

16 Jahre nach der Inbetriebnahme des bisher modernsten Hubschraubers überreichte der Innenminister gestern den ersten von zwei fabrikneuen Helikoptern an die Polizeihubschrauberstaffel Niedersachsen. Die beiden Eurocopter 135 P2 mit den Rufnamen Phoenix 97 und 98 sollen die beiden Aerospatiale SA 365 C2 Dauphin ablösen, die 1978 und 1979 in Dienst gestellt worden waren und im kommenden Jahr ausgemustert werden. „Phoenix 97 heißt die Zukunft der Zentralen Polizeidirektion“, betonte auch die Leiterin der Behörde Christiana Berg. Denn die beiden im bayerischen Donauwörth hergestellten und rund 20 Millionen Euro teuren Hubschrauber haben nicht nur gegenüber den beiden Modellen, die außer Dienst gestellt werden, Vorteile.

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„Auch die beiden McDonell 902 Explorer, die wir weiterhin fliegen werden, sind nicht so modern ausgestattet wie der neue EC 135“, sagte Pilot Kersten Balogh. „Das macht sich vor allem bei Kleinigkeiten bemerkbar.“ So sei der Autopilot, der den Hubschrauber beispielsweise beim Schweben an einer Stelle stabilisiert, verfeinert worden. „Das erlaubt uns, dass wir uns weniger auf das Fliegen und mehr auf unsere polizeiliche Arbeit konzentrieren können“, sagte Balogh. „Aufgaben, für die wir früher 30 Minuten brauchten, bewältigen wir mit dem neuen Helikopter in der Hälfte der Zeit.“ Und das, obwohl die Höchstgeschwindigkeit des neuen Modells mit 256 Stundenkilometern niedriger ist als die des amerikanischen Fabrikats. „Mit beiden erreichen wir den entlegensten Winkel Niedersachsens innerhalb von 40 Minuten“, sagte Balogh.

Das ist vor allem dann nötig, wenn die Polizei sehr schnell ein unübersichtliches und sonst schwer zugängliches Gebiet nach vermissten Personen oder Straftätern durchsuchen muss. „Die zwei neuen Polizeihubschrauber sind deshalb eine wichtige und richtige Investition in die Sicherheit der Bevölkerung“, sagte Pistorius. Dafür wurden beide Maschinen wie ihre Vorgänger mit der modernsten Kameratechnik, Suchscheinwerfern und Wärmebildkameras ausgestattet.

Während für die neuen Hubschrauber offenbar das Beste gerade gut genug war, wird an anderer Stelle gespart. Seit 2012 beziehungsweise 2013 nutzt die Landespolizei die kostenintensiven Einsatzmittel gemeinsam mit der Polizei Hamburg und der Bundespolizei. Eine weitere Kooperation soll mit Mecklenburg-Vorpommern geschlossen werden. „Das ist eine klassische Win-win-Situation für alle Vertragspartner“, sagte Pistorius und stieg routiniert in den neuen Helikopter, um gemeinsam mit Berg zum offiziellen Jungfernflug abzuheben. Die Polizeipräsidentin nahm ihn gern mit, auch ohne Krawatte.

Die Technischen Details

Polizeihubschrauber EC 135 P2

Durchmesser Hauptrotor: 10,2 Meter

Triebwerke: Pratt & Whitney 206 B2 mit jeweils 546 KW (743 PS)

Höchstgeschwindigkeit: 256 km/h

Reichweite: 620 Kilometer

Abfluggewicht max.: 2.959 Kilogramm

Sitzplätze: 5

 

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