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Stadt Hannover Einkaufsservice für Mieter geplant
Aus der Region Stadt Hannover Einkaufsservice für Mieter geplant
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00:22 15.12.2014
Von Andreas Schinkel
Astrid Amann-Niehuis steht vor dem defekten Fahrstuhl. Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Hannover

„Wir planen, einen Einkaufsservice zu organisieren und uns an den Kosten zu beteiligen“, sagt der Syndikus von Haack Immobilien, Burkhard Sander. Die Reparatur des 40 Jahre alten Fahrstuhls sei bereits in die Wege geleitet. 50 000 Euro kostet die Montage, Ersatzteile müssen für die in die Jahre gekommene Mechanik extra angefertigt werden. Dass der Aufzug bis Weihnachten wieder funktioniert, wie zuvor angekündigt, scheint wenig realistisch. „Aber die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Sander. Erst vor einigen Wochen hatte der Fahrstuhl eine TÜV-Plakette bekommen.

Mehr als 100 Wohnungen gibt es in dem Gebäude an der Elkartallee in der Südstadt. Viele Bewohner sind betagt, einige an den Rollstuhl gefesselt. Besonders problematisch ist die Situation für Astrid Amann-Niehuis. Krankenpfleger müssen die schwer behinderte Frau jeden Tag mehrere Treppen hinunter- und hinauftragen, um sie zur Medizinischen Hochschule zu bringen. Einige ältere Bewohner fühlen sich wie Gefangene in ihren Wohnungen. Einer der Mieter hat sich bereit erklärt, für seine Nachbarn einzukaufen, andere Bewohner bitten ihre Angehörigen um Hilfe.

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Die Hausverwaltung bedauert die Unannehmlichkeiten und hat seit Montag auf jeder zweiten Etage im Treppenhaus Stühle aufstellen lassen, um den Bewohnern eine „Verschnaufpause“ zu gönnen. Bewohner wie Amann-Niehius, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, empfinden eine solche Hilfe als Zynismus. Letztlich sei das Haus aber keine Pflegeeinrichtung, sagt der Hausverwalter. Das wiederum hat in der HAZ-Leserschaft Unmut ausgelöst. „Seit wann muss man denn mit einer Behinderung oder weil man nicht mehr gut zu Fuß ist ins Pflegeheim?“, fragt sich eine HAZ-Leserin. Selbst für Gesunde sei es eine Zumutung, sechs Etagen hoch laufen zu müssen. Auch Amann-Niehuis empfindet die Aussage des Hausverwalters als „diskriminierend“.

Offenbar ist jetzt das städtische Bauamt auf die Lage im Südstädter Mietshaus aufmerksam geworden. „Die Behörde will wissen, ob der Fahrstuhl repariert wird“, berichtet Syndikus Sander. Auch wenn derzeit keine Handwerker an der Anlage schrauben, so bedeute das nicht, dass nichts passiert. „Es geht zunächst darum, die Ersatzteile zu beschaffen“, sagt Sander. Er selbst habe dem Haus in der vergangenen Woche einen Besuch abgestattet, um sich ein Bild zu machen. „Dabei wurde ich keineswegs beschimpft“, versichert er. Letztlich sei den Mietern klar, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis der Fahrstuhl wieder funktioniert. „Hier wird nichts verschleppt“, betont Sander.

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