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Stadt Hannover Streit eskaliert: Verlieren Hannover Indians ihren Namen?
Aus der Region Stadt Hannover Streit eskaliert: Verlieren Hannover Indians ihren Namen?
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09:00 04.09.2019
Die Spieler der Hannover Indians freuen sich über einen Sieg. Werden Sie demnächst auf ihren Trikots einen anderen Namen tragen müssen? Quelle: Sielski-Press
Hannover

Der hannoversche Eishockeyclub Hannover Indians muss sich möglicherweise einen neuen Namen suchen. „Ich werde dem Verein den Namen entziehen“, kündigt Gerhard Griebler an. Der Betreiber des Eisstadions am Pferdeturm hatte im Jahr 2016 die Rechte an der Marke „Hannover Indians“ gekauft.

Der Entzug der Namensrechte ist für Griebler die Konsequenz aus einem Streit mit dem Verein über die Trainingszeiten in der Halle am Pferdeturm, erläutert er im Gespräch mit der HAZ. „Ich werde von denen ständig angestänkert, warum soll ich dann den Namen zur Verfügung stellen?“, fragt er. Er habe seinen Anwalt beauftragt, die dafür nötigen Schritte einzuleiten. Das Verhalten der Indians sei „einfach peinlich“.

Elf statt 32 Stunden

Der Präsident der Hannover Indians, Florian Heinze, versucht seit Wochen, eine Reduzierung der Trainingszeiten auf dem Eis für die Jugendmannschaften des Vereins zu verhindern. „Herr Griebler hat uns die Trainingszeiten so zusammengestrichen, dass uns nur noch ein Drittel der vertraglich vereinbarten zur Verfügung stehen“, klagt Heinze. Statt der vereinbarten 32 Stunden gebe es nur noch elf Stunden pro Woche. So könne man nicht für sechs Altersklassen arbeiten, betont er.

Heinze beruft sich auf einen Vertrag, den die Indians mit dem Betreiber der Eishalle getroffen hätten, als dieser die Halle im Jahr 2014 von der Stadt gepachtet habe. „Wir hatten schon von Anfang an zu wenig Eiszeiten“, erläutert er. Per Anwaltsschreiben sei Griebler von den Indians aufgefordert worden, dem Verein alle Eiszeiten zur Verfügung zu stellen.

Gespräch kurzfristig abgesagt

Ein für Donnerstag vereinbartes Gespräch zwischen dem Verein und dem Betreiber des Eisstadions sei von Griebler kurzfristig abgesagt worden. „Wir sind kompromissbereit“, betont Heinze. Es sei bedauerlich, falls die Indians ihre Energie in einen Rechtsstreit mit dem Hallenbetreiber stecken müssten. Heinze, der als Anwalt arbeitet, bezeichnet das Verhalten Grieblers als „unkooperativ und destruktiv“.

Bei dem Eisstadion handele es sich um eine Breitensportanlage, sagt dagegen Griebler. Als der Vertrag geschlossen wurde, habe es nur einen Eishockeyverein gegeben. Inzwischen gebe es einen zweiten Verein, den EC Pferdeturm Hunters. „Weil es zwei Vereine gibt, mussten wir die Trainingszeiten umverteilen.“ Als Betreiber der Halle schaue er nach den Bedürfnissen der Vereine. Und die Hunters seien ein wachsender Verein. Griebler meint zudem, dass die Indians nicht einfach allein darüber entscheiden könnten, wie viele Trainingszeiten ihnen zustünden.

Beide sehen Stadt in der Pflicht

Sowohl Griebler als auch Heinze sehen die Stadt in der Pflicht, beide fordern die Verwaltung zum Eingreifen auf. Die Stadt reagierte am Dienstag auch: Nach dem bestehenden Erbbaurechtsvertrag zwischen der Stadt und Grieblers Firma muss der Hallenbetreiber pro Woche ein bestimmtes Zeitkontingent für das Training der Eissport treibenden Vereine zur Verfügung stellen, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Dabei müssten „grundsätzlich alle Vereine aus Hannover berücksichtigt werden“, erläutert er. In die aktuelle Diskussion sei die Stadt nicht eingebunden. Das Rathaus hoffe auf eine tragbare Lösung für beide Seiten.

Lesen Sie auch hier: Alles über die Indians

Von Mathias Klein

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