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Stadt Hannover Erhält das Ihme-Zentrum eine neue Fassade?
Aus der Region Stadt Hannover Erhält das Ihme-Zentrum eine neue Fassade?
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20:13 02.11.2016
Von Conrad von Meding
Quelle: Wilde (Archiv)
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Hannover

Die Zukunft der Problemimmobilie Ihme-Zentrum bleibt undurchsichtig. Nachdem der Mehrheitseigentümer, die Berliner Projekt Steglitzer Kreisel GmbH (PSK), am Dienstagabend in einer Eigentümerversammlung einer Erhöhung der Rücklage für Dachsanierungen nicht zugestimmt und damit Wohnungseigentümer verärgert hatte, gab es am späten Abend offenbar noch einen Beschluss, den Architekten zu beauftragen, die Planung für neue Fassaden an Blumenauer und Spinnereistraße voranzutreiben. Kurzfristig solle der Bauantrag gestellt werden, heißt es. Das wiederum wäre ein Zeichen, dass es doch noch vorangeht bei der Revitalisierung des Gebäudes.

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Die Digital-Reportage zum Ihme-Zentrum.

Die Stadt bleibt bei ihrer Position: Der Investor habe noch exakt vier Wochen Zeit, ein „belastbares Sanierungskonzept“ vorzulegen. Werde nichts Überzeugendes präsentiert, dann wolle die Stadt ihre Mietverträge für die Büros im Ihme-Zentrum kündigen. Auch die Stadtwerke drohen das an und entwickeln bereits Umzugspläne. Der PSK wäre dann die Einnahmequelle im Ihme-Zentrum entzogen. „Wir müssen abwarten, was der Investor in den verbleibenden vier Wochen vorlegt“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser: „Die Verhandlungen dauern an. Es gibt regelmäßige Gespräche.“ Übereinstimmend berichten aber Teilnehmer der nicht öffentlichen Versammlung, dass sich der Büroleiter von Oberbürgermeister Stefan Schostok, Frank Herbert, sehr skeptisch gezeigt habe, ob der Investor die von der Stadt gesetzte Frist einhalten kann.

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Wer genau Ansprechpartner bei PSK für die Stadt ist, bleibt unklar. Nach HAZ-Informationen hat der sogenannte Asset-Manager des Unternehmens seit der Übernahme des Ihme-Zentrum 2015 bereits viermal gewechselt. Gebäudeverwalter Torsten Jaskulski, der für alle Eigentümer zuständig ist, sagte gestern aber: „Ich habe den Eindruck, dass Herr Dayan großes Interesse hat, dass es weitergeht.“ Amir Dayan ist Vertreter der Investorengruppe Intown und damit gewissermaßen oberster Chef von PSK. Er war im Spätsommer bereits vor Ratsleuten aufgetreten, Jaskulski hat nach eigenen Angaben regelmäßig Kontakt zu ihm.

Der Gebäudeverwalter hat gestern mit dem beauftragten Architekten vom Büro Schulze und Partner gesprochen und das Vorgehen zur Fassadenmodernisierung geklärt. Geld für das Projekt ist noch nicht da: Wie berichtet, hat PSK einen Beschluss abgelehnt, 50 Millionen Euro für Modernisierungen aufzubringen. Die Wohnungseigentümer wollen jetzt Klage einreichen, damit zumindest der alte Zustand hergestellt wird.

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