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Stadt Hannover Wird die Große Packhofstraße zur "Rutschbahn"?
Aus der Region Stadt Hannover Wird die Große Packhofstraße zur "Rutschbahn"?
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06:01 01.03.2017
Von Andreas Schinkel
Das Pflaster der Großen Packhofstraße wird erneuert.  Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Eine der Haupteinkaufsstraßen in Hannovers City, die Große Packhofstraße, wird in den kommenden Wochen aufgerissen und neu gepflastert - ausgerechnet mit jenen Bodenfliesen, die in der Innenstadt schon für viel Unmut gesorgt haben. Zu rutschig bei Regen und Schnee, zu schmutzanfällig für hoch frequentierte Fußgängerzonen seien die geschliffenen Betonplatten, hieß es in etlichen politischen Debatten. Auch HAZ-Leser haben sich immer wieder über den Bodenbelag beschwert. Unter anderem auf dem Kröpcke und dem Platz der Weltausstellung liegt das Platten-Modell. „Es ist ein Stück aus dem Tollhaus, dass die Stadt Menschen wieder auf die Rutschbahn schicken will“, sagte FDP-Vertreter Steffen Dähne am späten Montagabend im Bezirksrat Mitte.

550 000 Euro kostet die Erneuerung der Großen Packhofstraße. Auf einem Mittelstreifen, von der Stadtverwaltung „Laufsteg“ genannt, sollen die Betonfliesen verlegt werden, an den Seiten will die Stadt Natursteinpflaster anbringen. Statt einer Mittelgosse rahmen künftig zwei Abflussrinnen die Straße ein. Die Bauarbeiten sollen im April beginnen und noch vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts fertig sein. Alle Geschäfte blieben erreichbar, versichert die Stadt.

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Eigentlich wollte sich Rot-Grün von den umstrittenen Beton-Quadraten verabschieden. Vor drei Jahren meinte der damalige Grünen-Baupolitiker Michael Dette: „Wir müssen ein neues Modell finden, das ebenso gut aussieht, aber nicht so empfindlich ist und besser begehbar.“

Jetzt hält die Stadt an den alten Fliesen fest. Sie gibt zu bedenken, dass die Platten gegen keine DIN-Norm verstießen. „Je älter die Platten sind, desto rutschfester werden sie“, sagte Sabine Kniep vom Fachbereich Tiefbau in der Sitzung des Bezirksrats. Die City-Kaufleute begrüßen den Umbau der Großen Packhofstraße und haben auch keine Probleme mit dem Betonpflaster. Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft kritisiert aber, dass die Stadt einen Baum mit Sitzgruppe direkt vor dem Eingang des Geschäfts Gina Tricot platzieren will. Prenzler schlägt vor, Splitt auf die neuen Fliesen zu kippen und mit einem Reinigungsfahrzeug darüber zu fahren, um die Oberflächen aufzurauhen. Die Idee verursacht Kopfschütteln bei der FDP. „Das ist Schilda“, meint der stellvertretende Bezirksbürgermeister Wilfried Engelke. Am Ende stimmte der Bezirksrat mehrheitlich für den Umbau der Straße, die FDP enthielt sich. Entscheiden werden die Ratsgremien. Wenn die FDP dort ebenfalls mauert, müssen sich SPD und Grüne Stimmen aus anderen Fraktionen suchen.

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