Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Hagida will regelmäßig in Hannover demonstrieren
Aus der Region Stadt Hannover Hagida will regelmäßig in Hannover demonstrieren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:28 15.01.2015
Von Tobias Morchner
Neuauflage geplant: Die Initiatoren von Hagida wollen erneut demonstrieren. Quelle: Ditfurth
Anzeige
Hannover

Offiziell haben die Hagida-Organisatoren ihr Vorhaben noch nicht bei der Polizei als zuständiger Versammlungsbehörde angezeigt. Sollte dies jedoch nachgeholt werden, würden in den kommenden Tagen intensive Gespräche notwendig. Denn nicht nur die Anhänger der Hagida-Bewegung, sondern auch ihre Gegner wollen künftig an jedem Montag in der Innenstadt protestieren. Bis in den Mai hinein haben linke Gruppierungen an verschiedenen Plätzen der City Kundgebungen angemeldet.

Anzeige

Auch die Bündnispartner der Hagida-Gegner von „Bunt statt braun“ bereiten sich derweil auf weitere Aktionen vor. „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir wieder etwas machen werden“, sagt Jasmin Arbabian-Vogel, die den Protest gegen die Islamfeinde mitorganisiert hat. Erste Gespräche dazu sollen in Kürze geführt werden. „Eine Antwort auf eine Demo muss allerdings nicht zwangsläufig immer eine Gegendemo sein“, sagt Arbabian-Vogel. Sie könne sich durchaus vorstellen, dass das Bündnis stattdessen künftig montags eine Veranstaltung in der Marktkirche organisiert, zu der dann auch Vertreter der Hagida-Bewegung eingeladen werden könnten, um ins Gespräch zu kommen. „Wir müssen weg von der Kampfebene und hin zur Dialogebene“, sagt die Unternehmerin.

Mehr zum Thema: Alle Bilder, Berichte und Videos zu Pegida und Hagida finden Sie hier.

Die Organisatoren der ersten Hagida-Demo hatten am Montag ihre Versammlung auf Anraten der Polizei eine halbe Stunde früher als geplant abbrechen müssen. Auch der sogenannte „Spaziergang“ vom Steintor zur Abschlusskundgebung auf dem Opernplatz musste gestrichen werden. Zu groß war die Gegenwehr der rund 2500 Demonstranten, unter ihnen rund 300 gewaltbereite Personen aus dem linksradikalen Spektrum. Doch auch in der internen Organisation der Hagida-Kundgebung lief nicht alles nach Plan. Anmelder und Versammlungsleiter der Kundgebung war nach HAZ-Informationen Olaf Schulz. Er hatte sichtlich Mühe bei der Organisation seiner Veranstaltung. So gelang es einer größeren Gruppe Neonazis und rechtsradikaler Hooligans, sich aus der Hagida-Versammlung zu lösen und Journalisten anzugreifen. Dabei wurden die Kamera eines Reporters sowie eine Kamera der Polizei beschädigt. Beamte nahmen vier Angreifer fest.
Olaf Schulz ist in der rechten Szene kein Unbekannter. Er engagiert sich seit geraumer Zeit bei der ausländer- und islamfeindlichen Bewegung der „Identitären“. Die Vorfälle vom Montag werden auch für künftige Demo-Anmeldungen von Schulz Konsequenzen haben. Es ist nicht auszuschließen, dass die Polizei wegen der Straftaten, die von einigen Teilnehmern der Hagida-Demo begangen wurden, für eine zweite Auflage am 26. Januar hohe Auflagen machen wird.

 

Mehr zum Thema

Hannover setzt ein klares Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit, Gewalt und Terror: 19.000 Menschen protestieren am Montagabend gegen die Demo der islamfeindlichen Pegida. Zu gleicher Zeit muss die Polizei am Steintor zu Reizgas und Schlagstöcken greifen, um Befürworter und Gegner der Pegida zu trennen.

19.01.2015

In der hannoverschen CDU-Ratsfraktion macht sich erheblicher Unmut über CDU-Ratsherr Kurt Fischer breit. Dieser hatte am Wochenende angekündigt, an der Hagida-Demonstration durch die Innenstadt teilnehmen zu wollen.

Mathias Klein 13.01.2015

Gegendemonstranten haben den Marsch von Pegida-Anhängern vom Steintor zur Oper verhindert. Die Polizei musste mehrfach einschreiten, um ein Aufeinandertreffen von aggressiven Teilnehmern beider Lager zu verhindern. Auf dem Georgsplatz gedachten indes Tausende der Terroropfer von Paris. Das Minutenprotokoll des Abends zum Nachlesen.

12.01.2015
Veronika Thomas 13.01.2015
13.01.2015
Mathias Klein 13.01.2015