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Stadt Hannover Ernst August und Ekaterina sollen ein Mädchen bekommen
Aus der Region Stadt Hannover Ernst August und Ekaterina sollen ein Mädchen bekommen
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00:16 30.09.2017
Von Simon Benne
Ekaterina und Ernst August von Hannover bei ihrer Hochzeit im Juli. Quelle: Alexander Körner
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Hannover

Als sie sich im Juli das Jawort gaben, jubelten Tausende von Besuchern vor der Marktkirche dem jungen Paar zu. Jetzt freuen sich Ekaterina und Ernst August Prinz von Hannover auf die Geburt ihres ersten Kindes, das im März zur Welt kommen soll. Nach Informationen der "Bunten" soll es sich um ein Mädchen handeln. Das Welfenhaus wollte dies allerdings nicht offiziell bestätigen: "Zu Privatangelegenheiten möchten wir uns nicht äußern", erklärte das Sekretariat des Erbprinzen auf Anfrage der HAZ.

Das Mädchen könnte in der Stadt geboren, die so heißt wie sie selbst: Das Paar hatte angekündigt, aus London nach Hannover zu ziehen. In der jüngsten Zeit haben sich die werdenden Eltern bereits oft hier aufgehalten.

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Das junge Glück wird indes getrübt von einem Familienzwist: Ernst August senior, der Vater des 34-jährigen Erbprinzen, hat der Ehe seines Sohnes mit der gebürtigen Russin seinen Segen verweigert. Er fordert von ihm sogar umfangreiche Schenkungen zurück, darunter die Marienburg.

Die "Bunte" fragt schon besorgt, ob die erste Tochter des Paares angesichts der Querelen überhaupt einen Prinzessinnen-Titel verliehen bekommt. Das Hausgesetz der Welfen könnte dem entgegen stehen; unter Umständen könnte ein Kind aus einer Ehe, die nicht vom Familienoberhaupt legitimiert ist, keinen Anspruch auf einen der hauseigenen Titel haben.

Ob solche überkommenen Gepflogenheiten der Adelshäuser allerdings rechtlich bindend sind, ist fraglich - zumal der Adel in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg praktisch abgeschafft wurde. Nach Artikel 109 der Weimarer Verfassung sind Adelstitel reine Bestandteile des Nachnamens; dieser wird aber dem Geschlecht angeglichen: Während beispielsweise die Tochter von einem Peter Graf nicht Steffi Gräfin heißen kann, wird die Tochter eines Prinzen von Hannover also Prinzessin von Hannover heißen. Oder, mit vollem Namen: Prinzessin von Hannover Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg Königliche Prinzessin von Großbritannien und Irland. Da ist das republikanische Namensrecht glasklar.  Und daran kann auch ein grantelnder Großvater nichts ändern.

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