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Stadt Hannover Frank Hanebuth bleibt im Gefängnis
Aus der Region Stadt Hannover Frank Hanebuth bleibt im Gefängnis
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16:48 22.06.2015
Von Jörn Kießler
Quelle: dpa/Archiv
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Madrid

Frank Hanebuth bleibt weiter in spanischer Untersuchungshaft. Das hat am Montag die Audiencia Nacional in Madrid entschieden. Ermittlungsrichter Eloy Velasco befürchtet, dass der ehemalige Rockerchef aufgrund der schweren Verbrechen, die ihm zur Last gelegt werden, flüchten könnte. Zudem bestehe die Gefahr, der Deutsche könne sich in sein Heimatland absetzen um so dem Prozess gegen sich und 54 andere Angeschuldigte zu entgehen.

Bei der Haftprüfung warf der Staatsanwalt dem 50-Jährigen erneut die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Nötigung, Bedrohung, Erpressung und die Förderung der Prostitution vor. Eben jener Staatsanwalt hatte vor einigen Monaten noch von der Audiencia Nacional verlangt, bei ihrem Ermittlungsbericht nachzubessern. Damals waren ihm die Beweise für die Vorwürfe gegen Hanebuth noch zu dünn. „Bis heute hat er keine Anklage gegen unseren Mandanten erhoben“, sagt der hannoversche Rechtsanwalt Götz von Fromberg, der gemeinsam mit Hanebuths spanischem Rechtsanwalt Gonzalo Boye Tuset die Freilassung des 50-Jährigen gefordert hatte.

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Auf diese Forderung ging die Audiencia Nacional jedoch nicht ein. Vielmehr müsse „el largo“, wie Hanebuth in Spanien genannt wird, weiter in Haft bleiben, um zu verhindern, dass er andere Angeklagte sowie Zeugen beeinflusst oder sogar einschüchtert. „Frank Hanebuth tritt als Chef oder Anführer der kriminellen Organisation auf, die sich auf Mallorca niedergelassen hatte und gegen die ermittelt wird“, heißt es in dem Gerichtsbeschluss, der der HAZ vorliegt. Er soll an mehreren Immobilien, Bars und Clubs auf der Ferieninsel beteiligt gewesen sein, in denen er seine Vertrauten unterbrachte. Zudem soll er Kontakt zu Sicherheitskräften und der Polizisten unterhalten haben.

„So etwas wie diese Haftprüfung habe ich noch nicht erlebt“, sagt von Fromberg. Die Haftprüfung habe in einem Großraumbüro der Audiencia Nacional stattgefunden. „Während an  etwa zehn Plätzen einfach weitergearbeitet wurde, hat eine Sekretärin an einem Computer unsere und die Stellungsnahme der Staatsanwaltschaft protokolliert“, sagt der Rechtsanwalt, der nicht nur die Rahmenbedingungen als Indiz dafür sieht, dass der Prozess gegen seinen Mandanten nicht nach rechtsstaatlichen Grundsätzen abläuft. „Obwohl es keine neuen Beweise gegen Frank Hanebuth gibt, hat sich der Staatsanwalt kein Stück bewegt.“ Stattdessen muss Hanebuth wieder zurück in das Gefängnis im andalusischen Cadiz.

„Unser Mandant hat die Entscheidung  gefasst entgegen genommen“, sagt von Fromberg. Ohnehin befinde sich Frank Hanebuth in guter körperlicher und psychischer Verfassung. „Obwohl er seit zwei Jahren in Haft ist und davon eineinhalb Jahre im härtesten Gefängnis Spaniens sitzt, ist er nicht gebrochen“, sagt sein Rechtsanwalt. Dennoch werden er und sein spanischer Kollege Boye Tuset in den kommenden drei Tagen Beschwerde gegen den Haftbeschluss einlegen. Sollten sie damit keinen Erfolg haben, muss Hanebuth weiter bis zu seinem Prozess in Haft bleiben - oder bis zum 22. Juli 2017.

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