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Stadt Hannover ABC-Einsatz bei Boehringer Ingelheim
Aus der Region Stadt Hannover ABC-Einsatz bei Boehringer Ingelheim
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19:21 10.04.2017
ABC-Einsatz für die Feuerwehr bei Boehringer in Bemerode: Dort drohen Fässer mit Salpetersäure zu platzen. Quelle: Christian Elsner
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Hannover

Im Tierversuchszentrum von Boehringer Ingelheim an der Bemeroder Straße ist am Montagvormittag eine kleine Gaswolke ausgetreten. 20 Liter eines salpetersäurehaltigen Reinigungsmittels waren ausgelaufen. Nach Angaben der Feuerwehr bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung.
Insgesamt drei Behälter mit je 30 Litern Inhalt waren laut Feuerwehr außerhalb von Gebäuden in einem dafür vorgesehen geschlossenen Schrank gelagert. Als ein Mitarbeiter den Schrank am Vormittag öffnete und so den Zwischenfall bemerkte, war ein Fass geplatzt, die anderen beiden Behälter hatten sich nur aufgebläht. Nitrosedämpfe waren bereits austreten, als die Einsatzkräfte eintrafen.

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Knapp zwei Stunden Einsatz

Von der Berufsfeuerwehr Hannover war außer einem kompletten Löschzug auch der ABC-Zug im Einsatz, der für atomare, biologische und chemische Gefährdungen ausgestattet ist. Die Beamten konnten aber schnell Entwarnung geben. Die ausgetretene Reinigungsflüssigkeit hatte sich wie vorgesehen in einer Auffangwanne innerhalb des Schranks gesammelt. Der knapp zweistündige Einsatz dauerte bis etwa 12.15 Uhr.
Nach Angaben der Feuerwehr bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung. Wie Feuerwehr-Sprecher Andreas Hamann sagte, hatte sich die kleine Gaswolke gebildet, als das Reinigungsmittel mit der enthaltenen Salpetersäure eine chemische Reaktion auslöste.

Gefährlich bei Direktkontakt

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) wirkt Salpetersäure (HNO3) stark ätzend, wenn sie in direkten Kontakt mit Haut, Augen oder Schleimhäuten kommt. Die betroffenen Hautstellen färbten sich dann mit einem Gelbton. Größere eingeatmete Mengen allerdings bewirkten, dass die Atmenwege verätzt und damit gestört werden, was am Ende auch zu einer Lungenentzündung führen könne.
Nach Unternehmensangaben wird das Reinigungsmittel auf dem Gelände von Boehringer Ingelheim dafür genutzt, die Anlage zur Dekontaminierung des Abwassers zu säubern. Da es sich um ein Versuchslabor handle, müssten Viren und Bakterien zuverlässig abgetötet werden. Wieso sich die Fässer aufblähten, ist allerdings noch unklar. „Sie wurden originalverschlossen abgestellt“, sagt Unternehmenssprecherin Heidrun Thoma. „Da muss schon im Vorfeld irgendetwas nicht in Ordnung gewesen sein.“ Boehringer Ingelheim habe bereits die Entsorgung der undichten Fässer in Auftrag gegeben.

Von Peer Hellerling und Mathias Klein

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