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Stadt Hannover Siloah am Sonntag feierlich eröffnet
Aus der Region Stadt Hannover Siloah am Sonntag feierlich eröffnet
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00:15 15.10.2014
Das Siloah wird gern als das modernste Kranknhaus seiner Art in Niedersachsen bezeichnet. Quelle: Wilde
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Hannover

Thomas Moesta, Geschäftsführer des Krankenhausverbundes Klinikums Region Hannover (KRH), hatte an seiner Ansprache zum Festakt im neuen Großkrankenhaus am Ihmeufer noch kurzfristig gefeilt. „Heute ist ein Tag, an dem man unbeschwert genießen und feiern sollte, denn wann kann man schon einmal ein solches Haus in Betrieb nehmen“, sagte er. Dann allerdings war in der vergangenen Woche die Standortdebatte um andere Häuser des Verbundes in Großburgwedel, Lehrte und Springe öffentlich geworden, und so nahm Moesta auch zu diesem Thema Stellung. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das Krankenhaus Siloah-Oststadt-Heidehaus zeigt, dass wir Kliniken neu bauen müssen, um den Anforderungen an moderne medizinische Versorgung gerecht zu werden.“ Ein gemeinsamer Neubau, so steht es als Vorschlag in der „Medizinstrategie 2020“ der Region Hannover, könnte in acht bis zehn Jahren die Häuser in Großburgwedel und Lehrte ersetzen.

Im für 200 Millionen Euro erbauten Siloah ist zwar schon vor einem Monat der medizinische Betrieb aufgenommen worden, aber der offizielle Festakt hatte noch gefehlt. Gestern ging er nun mit rund 250  Gästen, viel Musik, geführten Hausbesichtigungen und den obligatorischen Reden über die Bühne. Moesta war nicht der einzige, der Reformen im Klinikbereich ansprach. Jörg Röhmann, Staatssekretär im niedersächsischen Sozialministerium, nannte das neue Siloah mit seinem medizinischen Konzept eine Blaupause für künftige Vorhaben im Land. Regionspräsident Hauke Jagau wurde sogar sehr deutlich: „Wir müssen eine hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung gewährleisten, die sich wirtschaftlich trägt.“ Dazu seien notwendige Schritte einzuleiten. „Wenn man nichts tut, wird man den Untergang des Klinikums erleben. Dann heißt es wieder, dass die öffentliche Hand so etwas nicht kann und dass es Private machen müssen“, sagte der SPD-Mann. Standortdebatten seien zu führen, aber dann auch zu entscheiden: „Ich erinnere daran, dass es auch beim Siloah jahrelangen Streit um das Wo und Wie gab. Heute freuen sich alle über den Neubau."

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Letzteres galt ganz gewiss für Architekt Linus Hofrichter, dessen Rede sich manchmal wie eine Bewerbung für künftige Krankenhausbauten anhörte. „Dieser Standort schreit danach, zu einem Gesundheitszentrum weiterentwickelt zu werden“, meinte er in Bezug auf das Siloahgelände. Der Architekt lobte die Zusammenarbeit aller Beteiligten, die letztlich dazu geführt habe, dass Finanzbudget und Bauzeit im Großen und Ganzen eingehalten worden seien. Er kündigte an, mit Moesta ein Buch über den Bau schreiben zu wollen – und übergab Direktoriumsmitglied Annelie Kadler den symbolischen Schlüssel für das Haus.

se

12.10.2014
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