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Stadt Hannover Freie Fahrt am Montag ab 18 Uhr
Aus der Region Stadt Hannover Freie Fahrt am Montag ab 18 Uhr
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00:15 08.10.2014
Von Bernd Haase
Das Maschseeufer ist wieder schlicht Maschseeufer – und nicht mehr Ländermeile. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

„Schon erstaunlich, wie schnell das alles verschwunden ist“, sagt das Ehepaar Schleusner. Am späten Freitagabend hatten sie noch in den Menschenmassen am Maschsee gestanden und sich Lichtshow und Feuerwerk angesehen, die einen der Höhepunkte des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit bildeten. Sonntagvormittag sind sie mit Enkelin Lena wieder da und beobachten am Nordufer Karpfen im Wasser. In der Tat: Auf der Ländermeile fahren noch Gabelstapler und Hubwagen herum und laden die Bauteile der Pavillons auf große Laster, aber vieles ist schon verschwunden. Spaziergänger, Jogger und Radfahrer erobern sich das Terrain zurück, auch wenn sie an manchen Stellen noch ihren Weg zwischen Absperrgittern suchen müssen.

Das Zelt der Bundesregierung weiter stadteinwärts im Maschpark war eines der größten während der Veranstaltung. Jetzt steht nur noch das Gerippe, die Handwerker sind damit beschäftigt, dem Regierungsgebäude den Boden zu entziehen. Alles geht Hand in Hand, Vorarbeiter Matthias Krickel von der Firma Losberger aus Heilbronn ist zufrieden. „Wir machen das ja nicht zum ersten Mal“, sagt er. Losberger ist in Sachen Zeltbau international unterwegs, in China, Indien oder Westafrika beispielsweise. Seit sieben Jahren baut die Truppe bei den Veranstaltungen zum Tag der Deutschen Einheit Zelte und Pavillons der Verfassungsorgane auf - wie das bürokratisch nüchtern heißt und wie es auch zur Begrüßung zu lesen war, wenn man den Maschpark vom Rathaus aus betrat. Für die angemessene Präsentation der Organe kommt einiges zusammen. 15 Lastwagen der Kategorie 40-Tonner sind notwendig, um Gestänge, Planen und weiteres Zubehör zu transportieren. Bis Mittwoch, möglicherweise auch Donnerstag werden die Leute von Losberger noch mit Abbau und Verladen beschäftigt sein.

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Derweil haben auch die Organisatoren Bilanz gezogen, und die fällt sehr positiv aus. „Unsere Erwartungen haben sich erfüllt“, sagt Matthias Woiwode, Projektleiter in der Staatskanzlei. Eine halbe Million Menschen sollen das Bürgerfest besucht haben, davon allein 100.000 die Abschlussveranstaltung. Man kann das nicht genau nachprüfen, darf es aber angesichts der Bilder in den Medien glauben. Die Rettungsdienste registrierten 210 Hilfeleistungen kleinerer Art sowie 15 Transporte. Die Polizei musste sich zwar mit Randalierern beschäftigen, die im Anschluss an eine Gegendemonstration das Bürgerfest stören wollten, bekam das aber schnell in den Griff.

Über den Müll, der Sonntag noch am Nordufer lag, regte sich keiner der Passanten auf. Wo Gabelstapler und Hubfahrzeuge das Feld geräumt hatten, waren schon Kehrmaschinen im Einsatz. Hannover ist nicht nur gut im Feiern, sondern auch im Aufräumen.

Freie Fahrt

Ab Montagabend sollen nach Informationen der Stadt alle Verkehrssperrungen, die für das Einheitsfest errichtet wurden, wieder abgebaut sein. „Bisher läuft der Rückbau nach Plan“, sagte Stadtsprecher Andreas Möser Sonntagabend. Für Autofahrer bedeutet das ab Montag 18 Uhr wieder freie Fahrt auf dem Arthur-Menge-Ufer, der Culemannstraße, Willy-Brandt-Allee und auf dem Rudolf-von-Bennigsen-Ufer. Die beidseitige Sperrung des Friedrichswalls, die vor allem am Donnerstag zu großen Verkehrsbehinderungen geführt hatte, konnte bereits am Sonnabend einen Tag früher als geplant wieder aufgehoben werden. „Wir haben die Abbauarbeiten in diesem Bereich wegen des verkaufsoffenen Sonntag bewusst vorgezogen“, sagte Möser. Auch das komplette Maschseeviertel wurde nach Aussage von Möser wie geplant am Sonnabend wieder für den motorisierten Verkehr freigegeben. Am Donnerstag und Freitag durften nur Anwohner mit einem gültigen Passierschein in das Gebiet zwischen Hildesheimer Straße und Maschsee einfahren.

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