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Stadt Hannover Für Schostok ist Oberschule kein Tabu
Aus der Region Stadt Hannover Für Schostok ist Oberschule kein Tabu
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08:18 04.02.2014
Von Bärbel Hilbig
Fordern mehr Geld vom Bund: Frauke Heiligenstadt und Stefan Schostok. Quelle: Thomas
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Hannover

Schostoks Vorgänger Stephan Weil befürwortete eine Entwicklung hin zu einem Zwei-Säulen-Modell aus Gymnasien und Gesamtschulen. Schostok will jedoch Hauptschulen und Realschulen erhalten, solange Eltern diese Angebote für ihre Kinder wünschen.

Ihr Bestand ist in Hannover schon stark geschrumpft, auch weil viele Haupt- und Realschulen bereits zum Ausgangspunkt für neue Integrierte Gesamtschulen (IGS) geworden sind. Der Oberbürgermeister erwartet, dass sich das nicht endlos fortsetzen lässt, weil die noch bestehenden Haupt- und Realschulen irgendwann eine zu geringe Schülerzahl für eine neue IGS bieten. Dort sollen Hauptschüler, Realschüler und Gymnasiasten gemeinsam lernen. Vier Klassen pro Jahrgang gelten für eine IGS als Minimum.

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„Wenn die Schule zu klein ist, lässt sich diese Heterogenität nicht gewährleisten“, sagte Schostok. Für kleine Schulen käme aber noch eine Umwandlung in eine Oberschule, die Hauptschüler und Realschüler gemeinsam besuchen, infrage. Für Schostok stellt diese von der alten CDU-Landesregierung eingeführte Schulform offenbar kein Tabu mehr dar.

  • Schulbauten: In der Diskussion äußerten Lehrer den Bedarf für zusätzliche Räume an Schulen, zum Beispiel für Gruppenunterricht. Der Oberbürgermeister räumte ein, dass die Stadt beim Schul- und Kitabau unterfinanziert ist. „Wir liegen weit hinter dem, was wir uns wünschen, und müssten jährlich das Fünf- bis Sechsfache ausgeben.“ Sanierungslasten stammten noch aus den siebziger und achtziger Jahren, die Stadt hat gleichzeitig Programme für Ganztagsschulen, die Mensen brauchen, für neue Kitas und Räume für den Unterricht mit Behinderten. „Der Druck ist groß, weil die Stadt weiter wächst.“ Schostok kritisiert, die neue Bundesregierung habe viel zu wenig für die Bildungsfinanzierung vorgesehen. Er kündigte an, mit anderen Oberbürgermeistern beim Bund gegen das Kooperationsverbot anzugehen. „Der Bund muss richtig in die Bildungsfinanzierung einsteigen.“ Kultusministerin Frauke Heiligenstadt war mit Schostok auf einer Linie  und sagte: „Wir brauchen deutlich mehr Geld für Bildung und benötigen dafür Unterstützung von der Bundesebene.“
  • Neue IGS: Die Tagung an der IGS Langenhagen mit rund 350 Teilnehmern aus 26 Gesamtschulen, davon 17 in der Region Hannover, beschäftigte sich mit Themen wie Inklusion und anderen neuen Anforderungen an den Unterricht. Die Ausgangssituation vieler Gesamtschulen, die jetzt neu entstehen, sei schwierig, sagte Wolfgang Kuschel, Leiter der IGS Langenhagen. Oft ersetze eine neue IGS die vorherige Hauptschule und Realschule. Die Lehrer blieben am Standort, weil sie mit ihren vertrauten Kollegen weiterarbeiten wollten und manchmal weniger aus echtem Interesse an den Konzepten von Gesamtschulen. „Wenn die Kollegen weitermachen wollen wie vorher, sehen wir das als problematisch an“, sagte Susanne Pavlidis, Vorsitzende des Gesamtschulverbands. Sie forderte Qualifizierung und das Gewinnen von Nachwuchskräften. Die neuen IGS bräuchten Beratung und Unterstützung von der Landesschulbehörde. Die Ideen der IGS wie gemeinsames Lernen, kein Sitzenbleiben und weniger Leistungsdruck blieben sonst auf der Strecke. „Wir befürchten eine Zweiteilung der IGS: der alte Adel, der sich die Schüler aussuchen kann, und die anderen, die den Rest nehmen“, sagte Pavlidis.
  • Kleinere Klassen: IGS-Lehrer Wolfgang Meyer forderte deutlich kleinere Klassen an Gesamtschulen. Aktuell werde oft die Höchstgrenze von 30 Schülern ausgeschöpft, die ganz unterschiedliche Lernvoraussetzungen vorwiesen, sagte Eberhard Brandt, Landesvorsitzender der GEW. „Wir brauchen endlich Klassen mit deutlich unter 25 Schülern“, betonte Meyer. Dafür gab es Applaus. Heiligenstadt machte aber wenig Hoffnung. Im Finanzplan für die nächsten vier Jahre sei dies nicht vorgesehen. „Ich erhoffe mir aber eine Entspannung durch die IGS-Neugründungen“, betonte die Ministerin. Isabel Rojas (GEW) betonte, dass in allen Arbeitsgruppen die wachsende Arbeitsbelastung ein Thema war. Sie kritisierte die Rücknahme der geplanten Altersermäßigung für Lehrer und forderte mehr Unterstützung bei der Inklusion.
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