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Stadt Hannover Poesie aus Hanoi
Aus der Region Stadt Hannover Poesie aus Hanoi
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15:04 23.10.2018
GOP Wintervarieté Sông Trăng Quelle: GOP
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Hannover

Eine Kostprobe konnten die Künstler diesmal ausnahmsweise im GOP nicht servieren. Das Programm für die 15. Auflage des GOP-Wintervarieté in der Orangerie in Herrenhausen steht zwar, aber die 13 Hauptdarsteller hängen noch in ihrer Heimat Vietnam fest. „Es gibt da ein paar Visa-Probleme“, sagt der Regisseur der Show Knut Gminder anlässlich der Vorstellung des Programms. Die Deutsche Botschaft in Hanoi sei im Sommer umgebaut worden, „und dann sind eben mal alle Anträge liegengeblieben.“

Etwa zehn Tage Probenzeit entgehen dem Team nun, aber die Veranstalter üben sich in asiatischer Gelassenheit. Die haben sie auch vor Ort gerlernt, Gminder und GOP-Direktor Werner Buss haben sich die renommierte Zirkusschule der Stadt persönlich angeschaut und ein spannendes, poetisches Programm zusammengestellt – unter dem Namen „Sông Trăng / Wenn der Mond sich im Fluss spiegelt“. „Wir hatten es noch nie, dass sämtliche Künstler der Show aus einem Land und sogar einer Stadt kommen“, betont Buss. Die Showidee zum kleinen Jubiläum beruht darauf, Vergangenheit und Gegenwart der vietnamesischen Stadt- und Landkultur künstlerisch zu vereinen.

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Das Künstlerduo Thanh Dinh und Van Anh hat dem GOP-Team zur Reise nach Fernost verholfen, vor vielen Jahren standen die Paarakrobaten selber auf der GOP-Bühne in Hannover. Jetzt soll die dreizehnköpfige Artistentruppe aus Hanoi mit Mitteln der modernen vietnamesischen Zirkustradition für 85 Minuten einen ganz eigenen Kosmos erschaffen. Eine Bambuskonstruktion als Bühnenbild prägt die Szenerie, in der die einzelnen artistischen Darbietungen übergangslos ineinander greifen. Dazu wechselt sich klassische, landestypische Musik ab mit vietnamesischem Pop. „Wir machen non-verbales Varieté und es wird ergreifend“, verspricht Buss.

Der hannoversche GOP-Chef Dennis Bohnecke ist stolz auf das besondere Event, das in den vergangenen 15 Jahren rund 300.000 Besucher in die Orangerie gelockt hat. „Am Anfang gab es durchaus einige leere Sitzreihen, mittlerweile ist das Wintervarieté die Attraktion in der kalten Jahreszeit.“ In Hannover brauche es immer ein bisschen länger, bis das Publikum die Schätze entdeckt. Buss bricht dann auch noch schnell eine Lanze für die Leinestadt. „Hannover ist in Sachen Varieté die erste Adresse in Deutschland.“ Und auch der ehemalige Kulturdezernent und Veranstalter des Kleines Festes im Großen Garten, Harald Böhlmann, freut sich über das erstklassige Winterangebot. „Es gab ein paar Anlaufschwierigkeiten damals, die Veranstaltung musste sich erst ein wenig herumsprechen.“ Aber aus einer Schnapsidee sei längst eine Erfolgsgeschichte geworden.

Hans Nolte, Chef der hannoverschen Marketing und Tourismus Gesellschaft (HMTG), freut sich ebenfalls über Qualität und Zulauf der GOP-Veranstaltung, die zumal einmal mehr als Beweise diene, „dass Herrenhausen ganzjährig bespielt werden kann.“ Der barocke Spielort könne eben weit mehr als Händel. „Mit dem Wintervarieté können wir der weihnachtlichen Konkurrenz etwa in Hamburg gut standhalten“, so Nolte. In Sachen Varieté sei Hannover definitiv bereits Kulturhauptstadt.

Die Jubiläumsshow Sông Trăng ist vom 24. November bis 13. Januar zu Gast in der Orangerie in Herrenhausen, Karten kosten zwischen 36 und 45 Euro. Im vergangenen Jahr konnte das Wintervarieté eine Auslastung von 94 Prozent verzeichnen, bislang sind bereits 11.000 Karten verkauft. Tickets gibt es unter Telefon (0511) 30186710 oder im Internet unter variete.de.

Von Susanna Bauch