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Stadt Hannover Rede in Hannover: Gerhard Schröder warnt vor zu viel Klimaschutz
Aus der Region Stadt Hannover Rede in Hannover: Gerhard Schröder warnt vor zu viel Klimaschutz
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11:08 06.11.2019
„Anspruchsvolle Klimapolitik ist notwendig, aber“: Gerhard Schröder bei der Gala der Familienunternehmer in Hannover. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

„Anspruchsvolle Klimapolitik“ sei notwendig, sagt Deutschlands Altkanzler Gerhard Schröder. Aber sie müsse so gestaltet werden, dass der Industriestandort Deutschland nicht gefährdet werde. Und: An morgen zu denken sei zwar wichtig – „aber man darf die Probleme der jetzigen Generation nicht vergessen.“ Das sagte Schröder vor fast 300 Gästen bei einer Gala des Verbands niedersächsischer Familienunternehmer in Hannover.

Gerhard Schröder teilt bei der Gala der Familienunternehmer aus

Gerhard Schröder bei seiner Festrede zum 70. Geburtstag der Familienunternehmer in der HDI-Zentrale in Hannover. Quelle: Katrin Kutter

Der Verband ist 70 geworden, „jung im Gegensatz zu mir“, sagte der 75-jährige Altkanzler gut gelaunt. Er war mit seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim erschienen. Bei dem Festakt im Atrium der HDI-Versicherung in Lahe war der ehemals als Kanzler der Bosse apostrophierte Staatsmann ganz im Element.

Ein bisschen Austeilen gegen die Politik der Nachfolger in Berlin („Ich verstehe die Rentenpolitik der großen Koalition nicht“), dezent an die eigenen Erfolge erinnern (immerhin hatte das Bundesverfassungsgericht Schröders Hartz-IV-Reformen am gleichen Tag für im Grundsatz gerecht, Sanktionen aber zum Teil für verfassungswidrig erklärt), und zur Energiepolitik äußerte er sich am Rande auch: Die USA sollten Europa gefälligst keine Ratschläge erteilen.

Reden kann er immer noch, der Altkanzler, gerne auch markig. Angesichts der Notwendigkeit eines starken Europas hat er für die, die austreten wollen, nur Spott übrig: „Die spinnen, die Briten“, sagte er in Anlehnung an Asterix und Obelix.

IHK-Präsident lobt die Innovationskraft

IHK-Präsident Christian Hinsch mit Edgar Puls, seinem Nachfolger an der Spitze des HDI-Vorstands. Quelle: Katrin Kutter

800 Mitglieder stark ist der Landesverband der Familienunternehmer, gegründet wurde die bundesweite Organisation 1949 in Osnabrück. Wenn es sie nicht gäbe, dann müsse man sie erfinden, sagte Landeswirtschaftsminiser Bernd Althusmann (CDU) in einem Grußwort: Sie stehe für „70 Jahre Erfolgsgeschichte“.

Auch IHK-Präsident Christian Hinsch lobte die Innovationskraft der familiengeführten Unternehmen. Er konnte die Gäste in Doppelrolle begrüßen: Bis Mai war er zugleich Vorstandschef des HDI und damit quasi noch Hausherr.

Uplegger: Zuweilen wünscht man ein „Basta“

Kay Uplegger begrüßt die Gäste bei der Gala der Familienunternehmer. Quelle: Katrin Kutter

Familienunternehmer-Landesvorstand Kay Uplegger betonte, in keinem Land der Welt hätten familiengeführte Unternehmen einen so hohen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg und Bruttosozialprodukt wie in Deutschland: „Wir sind die Träger der sozialen Marktwirtschaft im Sinne Ludwig Erhards.“

Trotz der langen Tradition dürfte man aber „nicht reflexhaft reagieren“, wenn es um Themen wie Grundeinkommen oder Grundrente oder auch Klimaschutz gehe, sondern müsse sich den Diskussionen stellen. Auch wenn man sich von der Politik sicherlich zuweilen ein „Basta“ wünsche, sagte er in Anspielung auf einen gern genutzten Ausspruch Schröders – das gab Lacher.

Redehonorar zugunsten des Marktkirchenfensters

Altkanzler Gerhard Schröder mit Familienunternehmer-Landesvorstand Kay Uplegger. Quelle: Katrin Kutter

Die Familienunternehmer bedankten sich mit einer „namhaften Spende“ für Schröders Festrede. Der Betrag wird zugunsten des geplanten Kirchenfensters für Hannovers Marktkirche verwendet. Schröder finanziert das Projekt aus Vortragshonoraren. Uplegger lobte, dass der geplante Fensterbau Diskussionen ausgelöst habe, die einer Demokratie gut täten. Schröder setze damit Impulse. Das hört auch ein 75-jähriger Altkanzler gerne.

Altkanzler Gerhard Schröder (Mitte links) mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim und Familienunternehmer-Landesvorstand Kay Uplegger. Quelle: Katrin Kutter

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