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Stadt Hannover 500 Azubis demonstrieren gegen Schulgeld
Aus der Region Stadt Hannover 500 Azubis demonstrieren gegen Schulgeld
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16:29 25.01.2019
Angehende Therapeuten demonstrieren für die Schulgeldfreiheit. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Rund 500 Auszubildende in verschiedenen Therapieberufen haben Freitag in Hannover für den kostenlosen Schulbesuch demonstriert. Auf ihrem Protestzug vom Hauptbahnhof zum Landtag und wieder zurück weisen die jungen Leute in Gesundheitsberufen auf ihre prekäre Situation hin. Auf ihren Plakaten steht „Wir helfen euch. Wer hilft uns?“ oder auch „Für ein ordentliches Plakat reicht mein Geld nicht“.

Bisher müssen angehende Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten, Podologen und Diätassistenten für die dreijährige Schulausbildung zahlen, die meist in privaten Berufsschulen läuft. Das Schulgeld kann bei rund 250 bis 600 Euro pro Monat liegen. Für ihre Ausbildung zur Ergotherapeutin wird sie am Ende rund 10.000 Euro bezahlt haben, berichtet Linnea Ehler. „Das ist eine enorme Belastung“, betont die 21-Jährige. Manche Berufsschüler nehmen Kredite auf und starten teils mit 20.000 Euro Schulden ins Berufsleben. Für Linnea Ehler zahlen ihre Eltern das Schulgeld, die junge Frau braucht außerdem Geld für Miete und Lebensunterhalt. „Ich fühle mich deshalb schuldbewusst meinen Eltern gegenüber.“

Die Landesregierung schafft das Schulgeld für diese Gesundheitsfachberufe zum August zwar ab, allerdings nur für Neuanfänger. „Es ist nicht fair, wir zahlen selbst für die Phasen der Ausbildung, in denen wir als Praktikanten arbeiten“, berichtet Ehler. Jana Heringhaus pflichtet ihr bei: „Wir sehen es nicht ein, dass wir noch komplett alles zahlen müssen.“

Thilo Jahn vom Ver.di-Bezirk Hannover-Weser ruft die Auszubildenden dazu auf, sich auch für eine Vergütung ihrer Ausbildung einzusetzen. In den öffentlichen Kliniken bekommen Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten, Diätassistenten sowie Medizinisch-Technische Assistenten seit 1. Januar währende der Ausbildung rund 1.000 Euro im Monat. „Das sollte für alle gelten! Die Forderung nach Schulgeldfreiheit ist zu bescheiden“, betont Jahn. Der FDP-Landtagsabgeordnete Björn Försterling unterstützt die Forderung nach einer Ausbildungsvergütung. „Es darf nicht sein, dass junge Menschen für die Ausbildung in wichtigen Gesundheitsberufen noch Geld mitbringen müssen.“

Von Bärbel Hilbig

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