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Stadt Hannover Tote Frau in Zweifamilienhaus: Polizei geht von einem Mordfall aus
Aus der Region Stadt Hannover Tote Frau in Zweifamilienhaus: Polizei geht von einem Mordfall aus
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14:13 12.09.2019
In dem Zweifamilienhaus am Rande eines noblen Villenviertels an der Mönckebergallee sichern Ermittler derzeit weiterhin Spuren. Quelle: Ingo Rodriguez
Hannover

Gewaltverbrechen am Rande eines noblen Villenviertels in Hannover-Ahlem: Einen Tag nach dem Fund einer Leiche in der Dachgeschosswohnung eines Zweifamilienhauses an der Mönckebergallee geht die Polizei nun inzwischen von einem Mordfall aus. Um die weiterhin völlig ungeklärten Umstände und Hintergründe der Tat aufzuklären, hat die Kriminalpolizei die Mordkommission „Dach“ eingerichtet. Nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung vom Vorabend ist laut Polizei nun sicher, dass die tote Person eine Frau ist. Ob es sich aber um die seit August vermisste 61-jährige Mieterin der Dachgeschosswohnung handelt, sei derzeit ebenso noch unklar wie eine mögliche Todesursache. „Aufgrund der Gesamtumstände geht die Kriminalpolizei jedoch weiterhin davon aus, dass die Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Die Ermittlungen dauern an.

Polizei sichert weiterhin Spuren

Am Mittwochnachmittag gegen 15.30 Uhr hatte die Polizei nach neuen Hinweisen von Familienangehörigen zum zweiten Mal die Wohnung der bereits seit August vermissten 61-jährigen Mieterin der Dachgeschosswohnung überprüft. Im Gegensatz zur ersten Durchsuchung ergaben sich am Mittwoch dann eindeutige Hinweise auf eine Leiche in der Wohnung. In einem nicht einsehbaren Verschlag entdeckten Ermittler dann auch eine tote Person. Um möglichst keine Spuren zu vernichten, wurde die Leiche von der Feuerwehr durch das geöffnete Dach des Hauses geborgen. Ob aus der Wohnung oder dem Haus Wertgegenstände gestohlen wurden und ob die Wohnung möglicherweise verwüstet wurde, darüber will die Polizei derzeit ebenso wenig Auskunft geben wie zu dem sogenannten „Verschlag“, in dem die Leiche am Vortag entdeckt worden war. „Aufgrund der noch laufenden Ermittlungen und wegen des erheblichen Verdachts auf einen Mordfall können wir dazu im Moment keine Angaben machen“, sagt Polizeisprecher Schiewe.

Nur wenige Anwohner kennen vermisste Mieterin

Während auch die rechtsmedizinischen Untersuchungen am Donnerstag noch andauern, deutet in dem noblen Viertel an der Mönckebergallee am Tag nach dem Leichenfund nichts mehr auf ein Verbrechen hin. Ein Mann aus dem Nachbarhaus öffnet den Ermittlern der Polizei am Mittag mit einem Schlüssel die Tür zu dem Zweifamilienhaus, in dem nun intensiv nach Spuren gesucht wird. Der Nachbar hält sich bedeckt: „Ich kannte die Tote, wir haben miteinander geredet“, mehr möchte der Mann nicht sagen. In den umliegenden Häusern sind Anwohner zu keiner Stellungnahme bereit. Nach HAZ-Informationen wohnte die vermisste 61-jährige Mieterin in der Dachgeschosswohnung, im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses wohnt demnach offenbar die Witwe des bereits verstorbenen Hausbesitzers. Dieser habe damals das Haus auch gebaut, sagt ein Anwohner der Mönckebergallee.

Das Zweifamilienhaus liegt am Rande eines noblen Villenviertels an der Mönckebergallee. Quelle: Ingo Rodriguez

Ein Autofahrer gibt aus dem Fenster Auskunft über das Viertel. „Das ist eine Top-Adresse am Ahlemer Wald. Es wohnen fast nur Eigentümer hier. Nur wenige Grundstücke wurden vererbt oder verkauft“, sagt der Mann. Tatsächlich sind auch viele villenartige Häuser mit großen Sicherheitstoren und sogar Schwimmbecken in den Gärten zu sehen. Die vermisste 61-Jährige, die möglicherweise einem Mord zum Opfer gefallen ist, kennt offenbar niemand in der Nachbarschaft. „Ich kannte den früheren Eigentümer, aber die Frau nicht“, sagt ein Mann. Er wohnt nach eigenen Angaben seit 65 Jahren in seinem Haus, das nur einen Steinwurf vom Tatort des Gewaltverbrechens entfernt liegt. Es sei eine ruhige Gegend. Maximal werde gelegentlich in Häuser eingebrochen, sagt er. Dass sich die Anwohner inzwischen längst nicht mehr untereinander kennen und grüßen, sei vielen Eigentümerwechseln geschuldet.

Während die Ermittler am frühen Nachmittag weiterhin Spuren sichern, kommen Senioren und Jogger aus dem angrenzenden Willy-Spahn-Park – einem öffentlichen Naherholungsplatz im Grünen. „So viel Rummel wie heute und gestern ist hier sonst nie“, sagt ein älterer Herr auf dem Weg in sein nahe gelegenes Haus.

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Von Ingo Rodriguez

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