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Stadt Hannover Hannover schnieft - die Grippe ist da
Aus der Region Stadt Hannover Hannover schnieft - die Grippe ist da
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00:15 09.02.2015
Von Saskia Döhner
Beim 25-jährigen Jasper ist es bisher nur ein Schnupfen - doch viele andere Hannoveraner liegen dieser Tage mit einer Grippe im Bett. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Ab 20 Prozent sehen Experten den Beginn einer Epidemie. Auch der Amtsarzt der Region Hannover, Mustafa Yilmaz, bestätigt den Trend: „Ein Ende ist noch nicht abzusehen, dies ist erst der Anfang. Die Zahl der Erkrankten wird bestimmt noch zunehmen.“

Grippesaison geht bis April

In den ersten Wochen dieses Kalenderjahrs gab es in der Region bereits 124 Influenza-Fälle, mehr als im gesamten Jahr 2014 - da waren es nur 80 erwiesene Grippefälle gewesen. Gegenüber dem Winter 2012/13, als man in der Region insgesamt 1238 Influenza-Fälle gezählt hatte, liegen die Zahlen bislang allerdings noch vergleichsweise niedrig. Laut Experten könnten sie in den kommenden Wochen aber sprunghaft steigen - und die Grippesaison geht noch bis April. Bei fast allen der diesjährigen Grippefälle wurde eine Influenza vom Typ A nachgewiesen.

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Das Land Niedersachsen meldet wöchentlich die Zahl der Grippefälle. Zum einen werden in 40 Arztpraxen landesweit von Patienten, die unter Erkältungssymptomen leiden, Abstriche genommen. Zum anderen werden die Krankenstände in Kindertagesstätten erfasst. Bislang war in diesem Winter bei den Proben die magische Grenze von 20 Prozent Influenza-Fällen nicht überschritten worden. In Hochzeiten der Grippewelle wie im langen Winter 2012/13 war nicht in jeder fünften, sondern in jeder zweiten Probe ein Influenza-Virus aufgetaucht.

Hohe Ansteckungsgefahr in Gemeinschaftseinrichtungen

Nicht jeder, der Halsschmerzen oder eine verstopfte Nase hat und sich schlapp fühlt, leidet gleich unter Grippe. Manchmal handelt es sich auch nur um eine schwere Erkältung. Eindeutiges Zeichen für eine Influenza ist laut Amtsarzt Yilmaz eine plötzliche Erkrankung, die mit Fieber von mehr als 38,5 Grad einhergeht. In vielen Kindergärten und Schulen, aber auch in Betrieben gab es in den vergangenen Tagen vermehrte Krankmeldungen. „In Gemeinschaftseinrichtungen ist die Ansteckungsgefahr groß“, sagt Yilmaz. Die meisten Viren würden über Hautkontakt übertragen. „Ein Mundschutz hilft da nur bedingt“, betont Yilmaz. Besser sei es, aufs Händeschütteln zu verzichten. Wenn ein Familienmitglied an Grippe erkrankt ist, sollten die anderen Abstand halten, rät der Mediziner. „Bei erkrankten Kindern geht das natürlich nicht, die wollen in den Arm genommen und getröstet werden.“ Wer husten oder niesen müsse, sollte dies möglichst nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge tun.

Patienten, die sich schlecht fühlten, sollten unbedingt ihren Hausarzt aufsuchen, sagt Yilmaz, auch wenn es kein wirkliches Medikament gegen Grippe, sondern nur gegen die Symptome wie Husten oder Halsschmerzen gebe. Ein weit verbreiteter Irrglaube sei, dass Antibiotika gegen den Gippevirus helfen - sie nützten nur bei bakteriellen Infektionen etwas. Wer an Influenza erkrankt sei, brauche eine gute Woche zur Genesung. Wichtig sei es, sich in dieser Zeit zu schonen. Wie lange die Grippewelle dauern könnte, ist unklar. „Das kann sich bis April hinziehen“, betont der hannoversche Amtsarzt. Bleibe es kalt, blieben auch die Viren. Mit frühlingshaften Temperaturen schwinde die Grippegefahr.

Impfung beugt vor

Viel trinken, viel Bewegung: Als wirksamster Schutz gegen Grippe gilt die Impfung. Empfohlen wird sie eigentlich im Herbst zum Anfang der kalten Saison. Eine Impfung sei aber durchaus auch jetzt noch möglich, sagt Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereichs Gesundheit bei der Region. Sogar im März könne sie – je nach Witterung – noch angeraten sein.
Impfen lassen sollten sich vor allem Schwangere, Kinder, Senioren ab 60 Jahren, Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und chronisch Kranke. Auch wer in Gemeinschaftseinrichtungen arbeitet, etwa im Kindergarten oder im Krankenhaus, sollte sich impfen lassen.
Bereits nach zwei Wochen ist der Grippeschutz voll ausgeprägt. Die Impfung sollte möglichst jährlich wiederholt werden. Vor sogenannten grippalen Infekten oder Erkältungen schützt eine Impfung nicht, sondern nur vor echter Influenza.

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